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Celle Stadt Vermisst: Katrin Beier sucht Schwester
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Vermisst: Katrin Beier sucht Schwester
18:03 09.06.2011
Da waren die Schwestern noch glücklich vereint: Katrin (links) und ihre zwei Jahre ältere Schwester Nicole. Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
Celle Stadt

Sie wurden früh getrennt – doch trotzdem ist der Verlust spürbar. Katrin Beier ist 37 Jahre alt und sucht ihre Schwester. Die gebürtige Cellerin hat über soziale Netzwerke und Behörden alles Mögliche versucht, um die zwei Jahre ältere Nicole Beier zu finden.

„Meine Eltern gaben uns beide zu meinen Großeltern, da sie nicht in der Lage waren, uns groß zu ziehen“, erinnert sich Beier. Im Alter von vier Jahren sei Nicole jedoch in ein Heim gegeben worden, da sich auch die Großeltern die Erziehung zweier Kinder in ihrem hohen Alter nicht mehr zutrauten.

„Laut dem Jugendamt, welches meine Schwester damals vermittelte, wurden alle Unterlagen vernichtet“, berichtet die 37-Jährige. Auch soziale Netzwerke wie Facebook und lange Recherchen im Internet hätten nicht zum gewünschten Erfolg geführt.

Da ihre Eltern im Sommer 1971 in Hambühren heirateten, versuchte Beier im Standesamt vor Ort Informationen über ihre Schwester zu bekommen. Und tatsächlich – es läge ein Familienbuch vor, in dem ersichtlich sei, dass die 1971 geborene Nicole zur Adoption freigegeben wurde. Mit einer Eintragsnummer sollte die junge Frau im Geburtsstandesamt Celle weiter recherchieren.

Die Chance auf einen Erfolg schien jedoch mit der Antwort des Standesamtes zu schwinden. Zum Schutz der adoptierten Person dürften Informationen nur dann weitergegeben werden, wenn diese selbst wissen möchte, was aus früheren Familienangehörigen geworden ist.

„Nun komme ich nicht weiter“, berichtet Beier, die sich nun an die Cellesche Zeitung wandte und um Hilfe bat. Da sie sonst keine Familie mehr hat, spüre die 37-Jährige eine immer größer werdende Sehnsucht nach ihrer Schwester. „Wenn man im Fernsehen sieht, dass sich zwei eigentlich völlig fremde Personen nach so vielen Jahren in die Arme fallen, dann kann man das gar nicht nachvollziehen. Aber nun habe ich auch das Gefühl, dass etwas in mir fehlt. Das ist unbeschreiblich“.

Sollte jemand Informationen haben, die Katrin Beier bei ihrer Suche helfen könnten, werden wir diese gerne entgegennehmen und weiterleiten. Die Telefonnummer der Redaktion lautet (05141) 990110.

Von Sebastian Thoma