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Celle Stadt Verpachten oder verkaufen?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Verpachten oder verkaufen?
19:49 18.09.2018
Von Gunther Meinrenken
Baden im Silbersee soll auch in der kommenden Saison möglich sein. Die Stadt möchte daher möglichst schnell das Bieterverfahren für den Campingplatz abschließen. Quelle: Dagny Siebke
Celle

Die Stadt Celle drückt bei der Lösung für den Vorwerker Campingplatz Silbersee aufs Tempo. Nachdem der Rat vor etwa vier Wochen die Notbremse gezogen und einen Verkauf an die der rechten Szene zuzuordnende Unternehmerin Sabine Födisch-Rüstig gerade noch verhindert hatte, haben sich die verbliebenen Interessenten am Montagnachmittag der Celler Politik vorgestellt. Fazit: Vielen Parteien fällt es schwer, sich auf einen Bieter festzulegen.

„In der vertraulichen Ratsinformationsveranstaltung haben sich insgesamt fünf von ursprünglich zehn möglichen Interessenten für den Campingplatz Silbersee vorgestellt. Fünf Bewerber haben im Vorfeld aus persönlichen Gründen abgesagt und ihr Angebot zurückgezogen. Nun ist es an der Politik, den Bewerberkreis einzugrenzen. Über diesen wird abschließend in Verwaltungsausschuss und Rat entschieden", so Stadtsprecherin Myriam Meißner, die betonte, dass dem Neuen Rathaus an einer zügigen Entscheidung gelegen sei, um für die nächste Badesaison schon etwas vorweisen zu können.

Doch bei einigen Fraktionen gibt es noch Beratungsbedarf. Ein Problem der Lokalpolitiker bringt Joachim Falkenhagen, Fraktionsvorsitzender der FDP, zur Sprache: "Es geht nach wie vor um die Frage verkaufen oder verpachten? Und welche Lösung für die Stadt die meisten Erträge, aber auch für die Zukunft des Campingplatzes die besten Perspektiven bietet." Doch bei dieser Frage wird die Politik wohl auf sich allein gestellt bleiben. Einen Wirtschaftlichkeitsvergleich beider Varianten wird es von der Verwaltung nicht geben.

Und das liegt unter anderem an den unterschiedlichen Angeboten. Nach CZ-Informationen reichen die Gebote von einem bis zu 800.000 Euro. Ein Bieter kann sich einen Kauf oder eine Pacht vorstellen, ein weiterer möchte nur pachten. Jörg Rodenwaldt (SPD) beklagt: "Es gibt keine klar festgelegten Kriterien, nach denen wir entscheiden sollen. Geht es nur um das Höchstgebot oder sollen auch andere Aspekte wie Garantien für die Dauercamper und Bewohner berücksichtigt werden?", tappen er und die SPD-Fraktion im Dunkeln.

Das geht auch Bernd Zobel, Fraktionsvorsitzender der Grünen, so. Er bemängelt, dass die Verwaltung ein Wertgutachten aus dem Jahr 2014 der Politik nicht zur Verfügung gestellt habe. Von diesem habe er nur durch Zufall erfahren. Nun wird er selbst Akteneinsicht nehmen. Ansonsten "gehen die Meinungen bei uns auseinander. Für uns ist es ein offenes Rennen. Wahrscheinlich müssen die Bewerber noch einmal eingeladen werden."

Für die CDU wird das wohl nicht nötig sein. Für sie sei wichtig, dass der Badesee öffentlich zugänglich bleibe, die Dauercamper und Bewohner dort bleiben könnten und eine akzeptable Gastronomie vor Ort sei. Ein Bewerber würde alle diese Kriterien erfüllen. "Für uns hat sich ein Favorit herauskristallisiert", so CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers.

Unterdessen hat sich bei der CZ Wilfried Plumhoff aus Altencelle gemeldet. Der Celler betreibt mehrere Pflegeeinrichtungen. Zusammen mit dem Wietzenbrucher Autohändler Horst Starbatty wollte er eigentlich auch für den Campingplatz bieten. Doch am Montag waren sie trotz Einladung nicht dabei. Der Grund: Die beiden Geschäftsleute haben sich außerstande gesehen, ein "seriöses" Angebot abzugeben. "Das konnten wir nicht machen, weil uns die kaufpreisrelevanten Unterlagen nicht zur Verfügung gestellt worden sind", behauptet Plumhoff, der sich über Monate von der Stadt "links liegen gelassen" fühlt.

Stadtsprecherin Meißner widerspricht sowohl Zobel als auch Plumhoff. "Die Einsicht des Gutachtens wäre jederzeit möglich gewesen", entgegnet sie Zobel. Und an die Adresse von Plumhoff gerichtet sagt Meißner: "Die Stadt hat der Bietergemeinschaft alle ihr vorliegenden und für die Abgabe eines Angebotes relevanten Daten, unter anderem das Wertgutachten, zur Verfügung gestellt. Zudem wurden in persönlichen Gesprächen Fragen beantwortet und ein gemeinsamer Besichtigungstermin wahrgenommen. Ebenso sind die Kontaktdaten des damaligen Nachlassverwalters herausgegeben worden, damit auch Fragen zu den der Stadt nicht zur Verfügung stehenden Informationen, wie zum Beispiel die Ertragssituation, geklärt werden konnten."

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