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Celle Stadt Verrutscht das Augenglas – gelungener Musikerspaß / „Celler Nachtmusique“ im Hof des Bieneninstituts
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Verrutscht das Augenglas – gelungener Musikerspaß / „Celler Nachtmusique“ im Hof des Bieneninstituts
21:07 15.08.2010
Kleine Hofmusik: Celler nachtmusique spielen mozart und haydn Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Von Reinald Hanke

CELLE. Der Anfang des Konzerts verlief noch ein wenig problematisch. Immer wieder verwehten den Musikern bei Windböen die Noten des gerade erklingenden Bläseroktetts von Joseph Haydn. Da war es kein Wunder, dass nicht alles so lief wie gedacht. Und so manche Passage schien auch wirklich etwas oberhalb des Erreichbaren für dieses Ensemble. Das störte aber niemanden, da sich schon bei diesem Stück die menschliche Harmonie der „Celler Nachtmusique“, einem Oktett aus hiesigen Liebhabermusikern unter Leitung des Klarinettisten Martin Pfister, bestens vermittelte. Da wurde der künstlerische Dialog zwischen drei Generationen gepflegt, wobei es ein schöner Zufall war, dass der Senior der Gruppe neben der Juniorin des Ensembles stand. Aber auch der zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen: Aus jeweils zwei Ärzten, Lehrern und Ingenieuren besteht die achtköpfige Gruppe, die noch durch eine Schülerin und den einzigen Profimusiker dieses Kreises, Martin Pfister, vervollständigt wurde.

Nach einer kurzen Unterbrechung, in der des zweiten Klarinettisten Instrument noch schnell repariert wurde, erklang ein ursprünglich für Bassetthorntrio geschriebenes Divertimento von Mozart. Da vermittelte sich die kompositorische Schreiblust des jungen Mozart genauso wie der Spaß der drei Musiker an dieser so leicht erscheinenden, dabei so dicht komponierten Musik. Nicht einmal eine rutschende Brille konnte groß irritieren.

Zum Ende des Programms überraschten die Musiker dann mit einem Geniestreich des Mozart-Zeitgenossen Franz Xaver Krommer. Dessen Oktett konnte in seiner Gesamtheit noch einen stärkeren Eindruck hinterlassen als die beiden vorangegangenen Stücke. Schon die ersten, sonoren Akkorde verblüfften ob ihrer klangfarblichen Abstimmung. Im Menuett gab es Gelegenheit für mehrere gelungene kleine Soli. Im anschließenden langsamen Satz überzeugte wieder die ausgefeilte musikalische Gestaltung und das so stimmige gemeinsame musikalische Atmen. Rundum gelungen.

lNächste Hofmusik: Lieder und Songs zwischen Sommer und Liebe erklingen im Programm der letzten Hofmusik dieser Saison am Sonnabend, 21. August. Der Junge Chor Celle unter Leitung von Egon Ziesmann ist ab 17 Uhr in dem schönen Garten hinter dem Capito im Ortsteil Heese-Neustadt zu erleben. Der Zugang ist von der Hattendorfstraße 3 ab 16.15 Uhr möglich und die Eintrittskarten kosten 7 Euro.

Von Reinald Hanke