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Celle Stadt Videoüberwachung und Bahnstreik: Schüler diskutieren im Celler KAV
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Videoüberwachung und Bahnstreik: Schüler diskutieren im Celler KAV
20:11 03.02.2015
Von Carsten Richter
Debatte über aktuelle Themen: Arina Dietz und Henriette Hütz beim Schülerwettbewerb "Jugend debattiert" im KAV.      Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

Seit mehr als zehn Jahren nimmt das KAV-Gymnasium an dem bundesweiten Debattenprojekt teil. Ziel des Projekts ist es, die kommunikativen Fähigkeiten der Schüler ebenso wie ihre politische Urteilsbildung zu stärken. Im Zentrum steht also die Debatte, in der Schüler sich in festgelegten Pro- und Kontrarollen innerhalb eines bestimmten zeitlichen Rahmens über das Für und Wider zu gegenwärtigen Streitfragen auseinandersetzen.

Dem Schulfinale waren Trainingstage vorausgegangen. Hier hatten sich etwa 50 Schüler im Rahmen kleinerer Seminargruppen mit den Grundregeln des Debattierens und Argumentierens vertraut gemacht. Dabei lernten sie, Sachkenntnisse zu einem Thema zu erwerben, um auf fachlicher Basis zu diskutieren, ihr Ausdrucksvermögen zu schulen, ihre Gesprächsfähigkeit zu entwickeln und ihre Überzeugungskraft zu stärken.

Luca Gollub, Max Lindwedel, Arina Dietz und Henriette Hütz für die Sekundarstufe I sowie Johanna Cordes, Carolin Schauer, Paul Thunich und Marwin Adam für die Sekundarstufe II setzten all dies in diesem Jahr um. Die erste Gruppe debattierte dazu die Streitfrage: „Soll der Schulhof videoüberwacht werden?“ Luca und Max vertraten hier die – wie ein Meinungsbild des Publikums zeigte – eher unpopuläre Befürworterposition. Durch eine Videoüberwachung ließen sich Straftaten auf dem Schulhof vermindern, etwa Gewaltausübung gegenüber einzelnen Schülern. Arina und Henriette suchten diese Position argumentativ abzuschmettern, indem sie eine Videoüberwachung als unzulässigen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Schüler klassifizierten.

Die Schüler der Sekundarstufe II setzten sich mit der Problemfrage auseinander, ob für Beschäftigte des öffentlichen Personenverkehrs das Streikrecht eingeschränkt werden soll. „Ja!“ lautete Johannas und Carolins Votum, das sie folgendermaßen begründeten: Gegenwärtige Bahn- und Pilotenstreiks stellten unverhältnismäßige Eingriffe in das öffentliche Leben dar. Dem hielten Paul und Marwin einen Verweis auf das Grundgesetz und das durch Artikel 9 geschützte Streikrecht entgegen.

In diesem Jahr konnten Luca Gollub und Johanna Cordes den Schulsieg erstreiten. Sie nehmen am 12. Februar gemeinsam mit den Zweitplatzierten Henriette Hütz und Paul Thunich am Regionalfinale in Großburgwedel teil. Dort werden je Altersgruppe zwei Schüler aus Großburgwedel auf die genannten KAV-Schüler treffen. Die beiden Bestplatzierten pro Altersgruppe debattieren wiederum im März 2015 im Rahmen des Landesfinales im Niedersächsischen Landtag. Seinen Abschluss findet auch der diesjährige Wettbewerb im Bundesfinale. Die beiden besten Debattanten pro Altersgruppe aus den einzelnen Bundesländern treten dann im Juni in Berlin gegeneinander an.