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Celle Stadt Viel Unbekanntes an der klangstarken Ahrend-Orgel
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Viel Unbekanntes an der klangstarken Ahrend-Orgel
12:42 12.09.2017
Der Organist Johan Brouwer gab ein Orgelkonzert in der Neuenhäusener Kirche. Quelle: Oliver Knoblich
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Höhepunkte des Abends waren unbekannte Choral-Variationen des frühbarocken Meisters Wilhelm Carges und die ausgewählten Stücke von Johann Sebastian Bach, vor allem deshalb selten zu erlebende große Magnificat-Fuge. Während Brouwer am Anfang des Abends noch in seiner gefassten Art des Orgelspiels die improvisatorischen Momente in der Musik von Frescobaldi und Froberger etwas unterschlug und diese deshalb nur bedingt inspiriert wirkte, war er bei Heinrich Scheidemann und Wilhelm Carges dann in seinem Element. Hier ließ er die Musik strömen, gliederte, phrasierte und artikulierte klar und vollendete seinen hervorragenden Vortrag durch gelungene Registrierungen, die die Qualitäten des Instruments ins rechte Licht rückten. Man konnte erleben, welch zeichnungsstarken, dabei aber lebendigen Klang diese Orgel im sogenannten Pleno hat, also dann, wenn die Pfeifenstimmen in einem gemeinsamen Chor erklingen. Auch die wenigen Zungenstimmen kamen zu ihrem Recht und wurden wirkungsstark eingesetzt. Carges’ Choral-Variationen „Vater unser im Himmelreich“ waren geradezu ideal auf diesem Instrument zu realisieren.

Dass es zum Ende des Programms auch Meisterwerke Bachs zu hören gab, rundete den Abend ideal ab, zudem Brouwer sowohl die a-moll-Fuge als auch die Magnificatfuge mit so weitem Atem spielte, dass es nie zu einem Abbruch der Spannung in dieser Musik kam.

Von Reinald Hanke