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Celle Stadt Vielfältige Kontraste bei nächstem Konzertabend der Reihe „Nachtklänge“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Vielfältige Kontraste bei nächstem Konzertabend der Reihe „Nachtklänge“
13:25 21.11.2017
Beim Gesprächskonzert in St. Ludwig wird auch das Stück „Ecce Homo“ von Klaus-Hermann Anschütz uraufgeführt. Quelle: Alex Sorokin (Archiv)
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Am Freitag, 24. November, um 21 Uhr lautet das Motto des Abends „Musikalische Gedanken zu Leben und Tod – Heinrich Schütz: Musikalische Exequien und zeitgenössische Reflexionen“. Diese Stücke wurden im Rahmen fürstlicher Begräbnisfeierlichkeiten erstmals im Jahr 1636 aufgeführt und stellen somit nicht nur ein Zeugnis früher reformatorischer Kirchenmusik dar, sondern sind zugleich auch Zeitdokument für Musik aus dem 30-jährigen Krieg. Kontrastiert wird der mehrteilige Schütz-Zyklus von Improvisationen, neuen Musikstücken und einer Uraufführung des Celler Komponisten Klaus-Hermann Anschütz, der auch künstlerischer Leiter der Veranstaltungsreihe ist. So werden die Ohren der Zuhörer immer mit neuen Reizen herausgefordert, in denen Altes und Neues aufeinanderfolgen. Diese Kontrastierung ist zum Erkennungszeichen der Reihe geworden.

Anschütz hat das achtköpfige Vokalensemble Viva Voce aus Lübeck und eine Reihe von Einzelmusikern verpflichtet. Die Spanne der zu erlebenden Instrumente reicht von der Laute und Blockflöte über ein Cello und ein Akkordeon bis hin zur E-Gitarre. Auch die Orgel wird erklingen und am Klavier werden Jazzklänge zu hören sein.

Andy Mokrus, ein bekannter Mann in der hannoverschen Szene, wird gleich zu Beginn am Klavier über Melodien aus den Stücken von Heinrich Schütz improvisieren. Es folgt ein Werk eines renommierten Kirchenmusikers aus Hamburg, von Claus Bantzer, der einen thematisch ideal zu Schütz passenden Text für Sopran und Klavier von Jochen Klepper vertont hat. Nach dem nächsten Schütz-Werk folgt ein modernes Cello-Stück, das ursprünglich für ein Theaterstück entstand, indem es um das Thema geht, wie man Kindern den Tod erklären kann.

Einem weiteren Schütz-Stück folgend erklingt dann die Uraufführung „Ecce Homo“ für Akkordeon und Sprecher von Anschütz. Hier nimmt der Komponist Bezug auf einen Text von Matthias Claudius. Dieser wird im Zentrum des Stückes mit kommentierender Musik rezitiert und umschlossen von vier musikalischen Inventionen, die Anschütz als klanglich ausformulierte musikalische Ideen verstanden wissen will.

Weitere Teile des Schütz-Zyklusses folgen, genauso wie zusätzliche heutige Musikeinschübe von Jörg-Ulrich Krah, Philipp Glass und Andy Mokrus. Dass dazu dann auch noch der Raum als musikalisch gestalterisches Element eine Rolle spielen wird, das wird der Hörer bei einer doppelchörigen Motette von Schütz erleben können wie auch beim abschließenden Canticum mit Fernchor.

Von Reinald Hanke