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Celle Stadt Virtuosität, Spielfreude, perfektes Zusammenspiel
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Virtuosität, Spielfreude, perfektes Zusammenspiel
14:38 05.02.2012
Flautando im Beckmann-Saal Quelle: Veranstalter
Celle Stadt

Das Programm des vom Künstlerverein Celle veranstalteten Konzerts vereinte allerlei was man sich von einem solchen Abend eben gerade nicht erwarten würde: Historische türkische Volkslieder, eine bekannte Orgelciacona von Dietrich Buxtehude, Cembalostücke von William Byrd, ein wenig Kurt Weill und ein kleine Portion Claude Debussy. Und das alles eben nicht in den Originalversionen, sondern bearbeitet für Blockflöten allerlei Arten. Natürlich gab es auch Stücke von Komponisten, die man für eine solche Besetzung eher erwarten würde wie beispielsweise von John Playford , Francesco Landini oder Antonio Vivaldi. Von diesem kam ein Arrangement der für Flöte und kleines Orchester geschriebenen Concerti zur Aufführung.

Wer als Blockflötenquartett reussieren will, der muss sich in Anbetracht der nur wenigen Originalliteratur die Mühe einer eigenen Bearbeitung machen. Und genau das ist neben der technischen und musikalischen Virtuosität eine große Stärke dieses Ensembles, das eine riesige Vielfalt eigener, oft sehr kreativer Bearbeitungen in spannenden Kombinationen in Beziehung zueinander setzt. Einzig die etwas eintönige Umsetzung der Buxtehude-Ciacona umgeben von Stücken Montclairs und Playfords konnte weniger überzeugen, weil die Musikerinnen das ganze Stück mit einer einzigen Instrumentierung gespielt haben. Die Kompositionsweise Buxtehudes hätte es doch nahegelegt, immer mal wieder die Instrumente zu wechseln. Aber abgesehen von solchen Kleinigkeiten konnte man diesen Abend vom ersten bis zum letzten Atemzug genießen, ohne dass auch nur eine Spur von Langeweile aufgekommen wäre.

Die Spielfreude der vier Frauen war genauso ein Erlebnis wie ihre Virtuosität und ihr geradezu perfektes Zusammenspiel. Und sogar der zusätzliche, gelegentliche Gesang von Ursula Thelen konnte sehr gefallen: Das war ein Höhepunkt im Celler Kulturleben, mit dem man nicht unbedingt rechnen konnte. Da darf man sich schon auf weitere Konzerte des Ensembles in der Region freuen, dann vielleicht mit noch etwas mehr Mut zu modernen Klängen, denn solche scheinen dem Ensemble ganz besonders zu liegen. Speziell davon hätte man gerne mehr gehört, oder auch mal was Jazziges oder Poppiges.

Von Reinald Hanke