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Celle Stadt Vogeljagd weckt gemischtes Echo
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Vogeljagd weckt gemischtes Echo
13:30 23.08.2010
Revierübergreifende Jagd auf Ringeltauben, Rabenkrähen und Elstern des Hegering Celle. Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
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CELLE (bjs). Von Bostel aus verteilte die Jagdgemeinschaft sich auf die Reviere und brachte 90 Ringeltauben und 33 Rabenkrähen zur Strecke. „Dieses Ergebnis krönt einen erfolgreichen Jagdtag“, so Edgar Frick, Obmann für Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Hegerings.

Aussagen wie diese sind für Gerhard Seider, 1. Vorsitzender des NABU-Kreisverband Celle, nur schwer zu fassen. „Der NABU tritt entschieden und kompromisslos für den besonderen Schutz von Rabenkrähe und Elster ein“, heißt es in einer Stellungnahme. „Eine flächendeckende Bejagung oder Tötung von Rabenvögeln ist naturschutzfachlich nicht sinnvoll und dient nicht der Erhaltung der biologischen Vielfalt. Sie ist daher umgehend einzustellen.“

Tatsächlich begründen die Jäger ihr Tun mit dem Argument, dass die Krähen oder Elstern großen Schaden unter kleineren Singvögeln anrichten. Da sie selbst aber zu wenig natürliche Feinde hätten sei ein Eingreifen erforderlich.

CZ-Leser Jürgen Andresen und Gabriele Hupp sehen das Problem noch an anderer Stelle. „Die Rabenvögel sind nicht verantwortlich für den Rückgang seltener Vogelarten sondern das Verschwinden ihrer natürlichen Lebensräume“, so Hupp. Andresen ergänzt: „Dass der Kreisjägermeister, der auch Bauer ist, singvögel schützen will, ist unglubwürdig. Mit ihren Aktivitäten zerstören die Bauern Lebensräume von Vögeln. Ihre Monokulturen sind ökologische Wüsten.“

Die Jagddstrecke des Hegerings von Sonnabend. Naturschützer treten gegen die Bejagung von Rabenvögeln ein.

Von Björn Schlüter