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Celle Stadt Volksbank Celle präsentiert miniaturisierte Duplikate der Gemälde aus der Schlosskapelle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Volksbank Celle präsentiert miniaturisierte Duplikate der Gemälde aus der Schlosskapelle
15:12 08.12.2016
Celle Stadt

In der Ausstellung „Großer Schatz in kleinen Bildern“, die am Mittwoch in der Volksbank Celle eröffnet wurde, wird den Teilnehmern quasi ein Blick hinter die Glasscheibe ermöglicht. „Wenn die Menschen nicht zu den Bildern in die Kapelle können, dann bringe ich die Bilder eben zu den Menschen“, mag sich nämlich der Celler Amateurmaler Wolfgang Heine gedacht haben, als er vor etwa zwei Jahren begann, sämtliche Gemälde der Kapelle im Kleinformat nachzugestalten. Damit verband er für sich das Angenehme mit dem Nützlichen: Das Angenehme war und ist für ihn, seiner damals neu entdeckten Leidenschaft für die Miniaturmalerei zu frönen, das Nützliche, den Menschen die Bilder der Celler Schlosskapelle buchstäblich näher zu bringen. Dazu sind die 75 Bilder so aufgehängt, dass ihre Anordnung der in der Schlosskapelle entspricht und dem Betrachter auf diese Weise den Eindruck eines kleinen Kirchenraums vermitteln.

„Auf den Geschmack gekommen“ war der gelernte Dekorateur bereits, als er erstmals die berühmte „Miniaturensammlung Tensey“ zu Gesicht bekam. Für den experimentierfreudigen Hobbymaler, der unter anderem auch Schützenscheiben und Bauernmöbel gestaltet, verband sich dieses Erlebnis mit der Frage, wie klein er wohl selbst malen könne. Erste Versuche machte er mit miniaturisierten Duplikaten der Altarbilder in der Stadtkirche. Und vor zwei Jahren begann er damit, Stück für Stück die von dem bedeutenden belgischen Maler Marten de Vos (1532-1603) stammenden symbolträchtigen Gemälde aus der Schlosskapelle nachzubilden. Keine „einfach nur so“ angefertigten Nachbildungen, sondern eine – von Frisuren und Haarschmuck über kleinste Blüten der Blumenarrangements in den Vasen und Krügen bis hin zu den Faltenwürfen der Kleider ganz der Vorlage der Originalgemälde folgend – mit besonderer Akribie und viel Liebe zum Detail ausgeführte Sisyphusarbeit, mit der er die besonderen Fertigkeiten von Marten de Vos einerseits und den theologischen Symbolgehalt seiner Bilder andererseits zu veranschaulichen weiß. Diese sind in ihrer Aussage so zeitlos und in der Schönheit ihres Detailreichtums so faszinierend, dass sie nicht nur zu einer inhaltlichen Beschäftigung, sondern auch zu einem spirituellen oder meditativen Einlassen auf die dort gezeigten Bildwelten einladen.

Von Rolf-Dieter Diehl