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Celle Stadt Von Fliegen, Handtaschen und Mamas Handy
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Von Fliegen, Handtaschen und Mamas Handy
17:16 13.12.2013
Von Jürgen Poestges
Celle Stadt

Er kam ein wenig mühselig in Gang, am Ende aber zeigte der Comedian David Werker, warum er im vergangenen Jahr den Preis für den besten Nachwuchsstar der Branche bekommen hat. Rund 200 Besucher sorgten am Donnerstag für einen gemütlichen Rahmen in der Halle 16 der CD-Kaserne. „Eigentlich könnte ich ja jedem persönlich die Hand drücken. Aber das führt jetzt wohl zu weit“, sagte der 28-jährige Kölner.

Und dann nahm er seine Fans mit auf den Streifzug durch sein Leben nach dem Germanistik-Studium. „Wenn ich weiter so lange auf meine Sofa rum sitze, dann nimmt mir die Evolution bestimmt meine Beine wieder weg, weil ich sie nicht brauche.“ Weil: Es warten ja immer wieder Entscheidungen auf einen. „Das fängt morgens schon an: Aufstehen oder liegen bleiben. Da muss manch einer zunächst mal drüber schlafen.“

Unausweichlich ist für ihn die Tatsache, dass man langsam erwachsen wird. „Stellt Euch vor: Mir schmeckt jetzt sogar Rotwein pur – ganz ohne Cola.“ Außerdem erwischte er sich selber auch bei einem kleinen Ausflug ins politische Kabarett. „Das ist der Beweis: Mit 28 Jahren fängt der Ernst des Lebens unwiderruflich an.“

Für ungeplante Heiterkeit sorgte eine Fliege in der Halle. Sie schwirrte Werker zunächst um den Kopf und setzte sich dann auf seine Hand. Da war sie auch nicht mehr weg zu bekommen – nur durch einen Puster. „Comedy mit Tieren –das hat Zukunft“, kommentierte Werker, wartete dann allerdings vergeblich auf ein zweites Rendezvous.

Womit wir dann zu Werkers Freundin kommen, mit der er jetzt zusammen gezogen ist. „Ich durfte von meinen Sachen nichts mitnehmen, nur ein Passbild von meinen Lieblingssessel. Das klebt jetzt von Innen am Toilettendeckel mit dem Hinweis, sich bitte immer hin zu setzen, damit es auf dem Örtchen nicht so aussieht wie auf dem Sessel.“

Die Handtasche seiner Freundin sei indes wie das Internet: „Man findet alles, wenn man nur lange genug sucht“, erklärte er. Und wunderte sich, wie Sand in Taschen kommt, die nie auch nur in Strandnähe waren, „Werden die so ausgeliefert?“

Einen breiten Raum nahm schließlich das Verhältnis seiner Mutter zu ihrem Handy ein. „Ich habe es ihr schon hundert Mal erklärt, aber sie schaltet es nach jedem Telefonat wieder aus – und nimmt den Akku heraus.“ Aber: „Wer seine Eltern erst einmal zum Skypen bekommt, der hat das Schlimmste überstanden.“

Unter dem Strich war es trotz der Anlaufschwierigkeiten ein gelungener Abend mit einem jungen Mann, von dem noch zu Hören sein wird. Jürgen Poestges