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Celle Stadt Von Müll und kleinen Erfindern
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Von Müll und kleinen Erfindern
22:21 08.12.2017
Celle Stadt

So einiges an Prominenz hat sich gestern Abend zur offiziellen Eröffnung der neuen Ausstellung „WeltSpielZeug“ – von Ideen, Erfindern, Müll und Kunst im Celler Bomann Museum eingefunden, allen voran die Schauspielerin und Planpatin Wolke Hegenbarth – die es sich nicht nehmen ließ für die Kinderhilfsorganisation Plan International Werbung zu machen und sich damit für die Belange und Rechte von Kindern in aller Welt einzusetzen: „Ich bin seit 13 Jahren Patin bei Plan und war auch schon vor Ort. Ich bin von der guten Arbeit der Organisation überzeugt, sonst würde ich hier nicht stehen. Hier wird ambitionierte Hilfe konkret und persönlich, da man von den Kindern und deren Familie erfährt. Gearbeitet wird mit den Mensch vor Ort auf Augenhöhe und nicht von oben herab.“

Plan International wolle mit dieser Ausstellung nicht nur auf die Situation von Kindern in Entwicklungsländern aufmerksam machen, es gehe auch um ihr Recht auf Zeit zum Spielen und Kind sein dürfen. Spielen sei mehr als nur ein Zeitvertreib. Kinder können dabei Initiative ergreifen, selbst Lösungen entwickeln und kreativ sein. Mit spielerischen Erfolgen stärken Mädchen und Jungen ihr Selbstbewusstsein, das sei für ihre Entwicklung und Zukunft - ebenso wie für die Weiterentwicklung der gesamten Gesellschaft – wichtig. Wie auch die Verwandlung von Müll in Spielzeug beweise: „Nichts muss bleiben wie es ist“.

Wir feiern praktisch schon heute Weihnachten“, sagte Kuratorin Kathrin Panne. Zu den zahlreichen Gästen gehörten auch die ehrenamtlichen Mitglieder der Celler Arbeitsgruppe Plan, die viel zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben. Der Kern der Ausstellung ist eine von Plan International zusammengetragene Wanderausstellung mit selbst gebasteltem Spielzeug von Kindern aus Afrika, Südamerika und Asien. Das Spielgerät zeugt nicht nur von der Armut von Familien, sondern auch vom Einfallsreichtum und der Geschicklichkeit der jungen Hersteller.

Ein Musterbeispiel von Kreativität und Inspiration, das – wie Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge in seinem Grußwort betonte – für Flexibilität, innovative und alternative Lösungswege stehe. Eingebettet ist die Ausstellung in ein Netzwerk von Informationen, Mitmachaktionen und Selbsterfahr- und Lernstationen rund um das Thema Abfall und Müll. Kuratorin Panne fasste all die Ideenstränge nochmal zusammen und machte in einer kurzen Chronik des Mülls deutlich, wie sich im Zuge von Industrialisierung und zunehmendem Wohlstand die heutige Einwegverpackungs- und Wegwerfgesellschaft gebildet hat, die nun vor dem Problem kurzlebiger Nutzungszeit und anwachsenden Müllbergen stehe. „Im Grunde ist das, was neu produziert wird, schon der Müll von morgen, wenn es das nächste Neue gibt.“ Die Ausstellung wollte aber weniger auf das Problem Müll aufmerksam machen, als einen spielerischen, eben kreativen Ansatz geben, sich auf den Noch-Wert von Dingen zu besinnen und sich von den Exponaten der jungen Bastler anregen zu lassen, Dinge umzufunktionieren und wiederzuverwerten – eventuell einer ganz anderen Bestimmung zuzuführen und zu nutzen.

Von Doris Hennies