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Celle Stadt Vor dem Wahlsonntag: Endspurt im Werben um die Celler Stimmen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Vor dem Wahlsonntag: Endspurt im Werben um die Celler Stimmen
18:38 23.05.2014
Bis zum Schluss wird um die Wähler in Celle geworben. Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Einen schönen Sommertag versprechen die Meteorologen für morgen. Für die Celler sind das gute Nachrichten, für die Politiker, die bis heute um die Gunst der Wähler ringen, eher schlechte. Eine Studie hat laut Deutschem Wetterdienst festgestellt, dass die Wahlbeteiligung mit jedem Grad Wärme sinkt.Laut Wahlleiter und Kreisrat Michael Cordioli lässt sich die Wahlbeteiligung schwer abschätzen. „Einen gewissen Anhaltspunkt liefert die Zahl der Wähler, die Briefwahl beantragt haben”, so Cordioli. Bei der Landratswahl 2006 lag sie bei insgesamt 7,61, bei der aktuellen Wahl haben rund 7,24 Prozent der Wähler bereits ihre Stimme auf diesem Wege abgegeben. Die Gesamtwahlbeteiligung lag 2006 bei 48 Prozent, wurde allerdings durch die gleichzeitig stattfindende Kommunalwahl flankiert. Diesmal gibt es die Europawahl, bei der das Interesse normalerweise etwas geringer ausfällt. In Bergen und den Samtgemeinden Flotwedel und Wathlingen werden die Wähler zudem die Bürgermeister neu wählen.Es wird also besonders darauf ankommen, die eigenen Wähler trotz des guten Wetters zu mobilisieren. Das gilt besonders für die Amtsinhaber. Bei den CDU-Wählern ist offenbar ein wenig der Eindruck entstanden, dass sowohl Landrat Klaus Wiswe als auch Rainer Prokop in Bergen quasi schon gewählt sind. „Das Ding ist aber noch nicht gelaufen”, warnt der CDU-Kreisvorsitzende Henning Otte. Die Mitglieder seien noch einmal angeschrieben worden, um die Bedeutung der Wahlen herauszustreichen und zur Wahl aufzufordern.Ähnlich sieht die Lage für Helfried H. Pohndorf (Einzelbewerber) und Wolfgang Grube (SPD) in den Samtgemeinden Flotwedel und Wathlingen aus.Der SPD-Unterbezirksvorsitzende Rolf Meyer erwartet aber keine Probleme mit der Motivation. „Durch die Erklärung der FDP, Wiswe bei den Landratswahlen zu unterstützen, ist ein Lagerwahlkampf entstanden. Das motiviert”, sagt Meyer. Er zollt auch dem gemeinsamen Kandidaten von SPD und Grünen für die Landratswahl, Gerald Sommer, Respekt. „Er hat sich sehr engagiert.“Sommer scheint auch bei der eigenen Partei gepunktet zu haben. „Es gibt viele Mails von Mitgliedern mit dem Tenor ‚Mensch, das hätte ich von dir nicht erwartet, dass du dich so reinhängst”, sagt der Kreisvorsitzende Bernd Zobel. Für ihn wäre eine Stichwahl angesichts von drei Kandidaten bei der Landratswahl auch keine Sensation mehr, wenn wohl auch immer noch eine Überraschung. Die Grünen haben Mails an die Mitglieder verschickt, rechnen aber mit einer guten Beteiligung.Der WG-Kandidat Albrecht Hoppenstedt wird wohl besonders in seiner Heimat Winsen punkten, wo er ein gutes Ergebnis bei der Bürgermeisterwahl erzielte. Die WG Landkreis plant nach den Worten des Vorsitzenden Torsten Schoeps heute noch eine Tour durch die Gemeinden, um Wähler zu mobilisieren.Den Wettbewerb um die beste emotionale Ansprache durch die Wahlslogans hat bei den Temperaturen auf jeden Fall der rot-grüne Kandidat an diesem Sonntag gewonnen. Denn „Mit Herz und Verstand” (Klaus Wiswe) und „Verwalten statt Gestalten” (Albrecht Hoppenstedt) gab es schon öfter. Aber „Wählen Sie den Sommer” dürften aus wettertechnischer Sicht ziemlich viele zustimmen.

Von Tore Harmening