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Celle Stadt Vorgeschichte der Personalunion spielt sich in Celle ab
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Vorgeschichte der Personalunion spielt sich in Celle ab
16:37 16.05.2014
Von Oliver Gatz
Kurator Heiko Laß lässt die Vorgeschichte der Personalunion an historischer Stätte aufleben. Quelle: Benjamin Westhoff
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Bis zum Schluss wurde im Residenzmuseum gewerkelt und gestrichen. Als Kurator Heiko Laß und Jochen Meiners, Direktor der Celler Museen, gestern die Pressevertreter zur Vorabbesichtigung durch die Ausstellung "Reif für die Insel" führten, liefen noch vereinzelt Maler mit Farbtöpfen durch die Räume. Doch am Ende des Tages sollte alles fertig sein.

Mit Gemälden, Büsten, Dokumenten und prachtvollen Zierstücken bringen die Ausstellungsmacher den Besuchern ab Sonntag die Vorgeschichte der Personalunion näher. Die Schau in den historischen Räumen des Schlosses ist Teil der Landesausstellung "Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714 – 1837" und stellt insbesondere die Bedeutung Celles in den Mittelpunkt.

Eine Landesausstellung von diesem Format – es ist die größte, die es jemals in Niedersachsens gegeben hat mit einem Kostenvolumen von 4,4 Millionen Euro – ist etwas Außergewöhnliches. Sie bietet die Möglichkeit, ein großes Thema, das auch für das Land von Bedeutung ist, aufzuarbeiten. „Hier geht es um unsere Identität. Und Celle ist der einzige Museumsstandort außerhalb Hannovers. Darauf können wir stolz sein", sagte Laß.

Probleme bei den Vorbereitungen habe es nie gegeben, blickte der Kurator zurück. "Allein in Celle standen uns rund 450.000 Euro zur Verfügung. Hinzu kommen Kosten für den Katalog, den ganzen Leihverkehr und Restaurierungsarbeiten, die das Land übernimmt. Es ist toll, so zu arbeiten." Was allerdings von den Kosten nicht gedeckt sei, sei die Hilfsbereitschaft der Kollegen im In- und Ausland, sagte Laß. „Die ist unbezahlbar.“

Allein 150.000 Euro investierte das Land Niedersachsen in die Celler Ausstellung. Die Stadt war mit 94.000 Euro dabei, die regionale Sparkassenstiftung ließ sich das bedeutende Kulturereignis 111.000 Euro kosten. Weitere Förderer, darunter der Lüneburgische Landschaftsverband, steuerten insgesamt 94.000 Euro bei.

Auf der Ausgabenseite stehen Personalkosten in Höhe von 182.000 Euro, 190.000 Euro für den Ausstellungsbau und 38.000 Euro Gestalterkosten. Das Begleitprogramm einschließlich des Schlossfestes am 6. und 7. September – ein Highlight im Veranstaltungskalender – schlägt mit 40.000 Euro zu Buche. Das Fest steht unter dem Motto „Royal Pleasures“ (königliche Vergnügungen) und widmet sich der britischen Lebensart.

"Es gibt rund 50 Veranstaltungen, die während der kommenden Monate laufen", warb Meiners für das Begleitprogramm, das Ende Oktober endet. Es enthält Vorträge, Konzerte, Schauspieldarbietungen und Filmvorführungen. "Viele Celler Institutionen haben sich daran beteiligt", sagte der Museumsdirektor. Dazu zählen unter anderem das Schlosstheater, das Landgestüt, die Volkshochschule, der Künstlerverein und die Stadtbibliothek.

Für die Verantwortlichen der Ausstellung war es eine Herausforderung, die Schau an historischem Ort – dem Celler Schloss – zu präsentieren. "Wir haben überlegt: Können wir das in den historischen Räumen machen?", berichtete Laß. "Wenn ich eine spezielle Wand brauche, muss ich sie bauen. Sonst bekomme ich Schwierigkeiten mit dem Denkmalschutz." Und schließlich habe man ja eine Dauerausstellung. Diese ist während der Landesausstellung nicht zu sehen. Die Exponate sind eingelagert.

Als Kurator hatte Laß das Konzept für "Reif für die Insel" entwickelt und sich darum gekümmert, dass es richtig umgesetzt wurde. Aber er war nicht allein. Laß: „Wir haben alle an einem Strang gezogen. Die Stadt und das Land haben uns auf großartige Weise unterstützt. So wie es jetzt ist, könnte es nicht besser sein."