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Celle Stadt Vornamen können jetzt neu sortiert werden
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Vornamen können jetzt neu sortiert werden
10:54 01.11.2018
Quelle: Soeren Stache
Celle

Dschermano Allechandro Zimmermann hat das nicht gern: Der Brief, den er gerade erhalten hat, ist an „Herrn Dschermano Zimmermann“ adressiert – und das, obwohl ihn alle Freunde „Allechandro“ nennen. Das Problem: In öffentlichen Angelegenheiten sind Rufnamen nicht besonders gekennzeichnet. Doch Dschermano – sorry: Allechandro Zimmermann kann das jetzt so regeln wie es ihm passt: Seit dem 1. November 2018 gilt eine Änderung des Personenstandsgesetzes. Ab sofort kann die „offiziell“ Reihenfolge der Vornamen relativ einfach geändert werden.

In Personalausweis und Reisepass werden grundsätzlich alle Vornamen des Dokumenteninhabers vollständig und ungekürzt in der Reihenfolge wiedergegeben, wie sie sich aus seiner Geburtsurkunde ergeben. Während es im täglichen Gebrauch möglich ist, nur einen von mehreren Vornamen als sogenannten Rufnamen zu führen, wird in den Ausweisdokumenten ein Rufname nicht mehr bestimmt oder. gekennzeichnet. Die Möglichkeit, im Bereich der maschinenlesbaren Zone einen bestimmten Vornamen auszuwählen, besteht seit Einführung des neuen Personalausweises im Jahr 2010 nicht mehr.

„Oftmals sehen sich Bürger durch die behördliche Praxis mit einer ihnen fremden Namensangabe konfrontiert, wenn Dritte wie etwa Banken, Versicherungen oder Fluggesellschaften anstelle des Rufnamens den in der Vornamensreihenfolge stehenden ersten, allerdings im täglichen Leben ungebräuchlichen Vornamen verwenden. Dies kann zu teils erheblichen Problemen führen“, sagt die städtische Pressesprecherin Kathrin Friedrich.

Habe ein Mensch mehrere Vornamen, so könne er die Reihenfolge durch eine öffentlich zu beglaubigende Erklärung im Standesamt neu bestimmen: „Eine Änderung der Schreibweise der Vornamen, das Weglassen von Bindestrichen sowie das Hinzufügen von neuen Vornamen oder das Weglassen von Vornamen ist dabei aber nicht zulässig.“

Wer die Reihenfolge seiner Vornamen auf diese Weise ändern lassen möchte, kann sich an das Standesamt Celle wenden. Die Gebühr beträgt 25 Euro betragen. Mitzubringen sind Personalausweis und Geburtsurkunde; bei Verheirateten auch die Heiratsurkunde. Friedrich: „Wenn jemand in Celle geboren ist und seine Geburtsurkunde nicht zur Hand hat, kein Problem. In diesen Fällen können die entsprechenden Daten direkt vor Ort aus dem Geburtenregister genommen werden.“

Wichtig sei es, vorher einen Termin telefonisch oder schriftlich zu vereinbaren und nicht auf gut Glück vorbeizukommen, Infos unter Telefon (05141) 123417 oder per E-Mail an standesamt@celle.de.

Der Name Dschermano Allechandro Zimmermann ist übrigens frei erfunden. In Deutschland behördlich genehmigt wurden jedoch schon ähnlich wohlklingende Namen: Adriatik, Alemmania, Apple, Belana, Blaubeere, Bluebell, Blücherine, Bluna, Bo, Brain, Champagna, Chanel, Chelsy Novèle, Cinderella-Melodie, Cosmo, Courage, Dee-Jay, Despot, Dior, Emilia-Extra, Fanta (für Mädchen), Frangi-Pany, Frea, Frodewin, Gneisenauette, Godpower, Harley, Hope, Ikea, Imperial-Purity, Junior, Kantorka, Katzbachine, Kix, Klee, Lafayette, Laperla, Laser, Legolas, Lelibeth, Leonardo da Vinci Franz, Lio, Loana, Logan Seraphin, London, Lovelle, Magic, Maier, Matt-Eagle, Milka, Miransah, Monel, Napoleon, Noredien, November (für Jungen), Nox, Nussi, Pepsi-Carola, Phoenix, Popo, Precious, Prestige, Pumuckl, Quidan, Rapunzel, Rionella, Saliana, Sammilia, Schaklyn, Schneewittchen, Schokominza, Segesta, Shakur, Sheriff, Siebenstern, Sioux, Smudo, Solarfried, Sonne, Sultan, Sunshine, Tarzan, Timpe, Topas, Triumf, Viktualia, Wasa, Waterloo, Windsbraut,
Winnetou.

Wer sich einen ungewöhnlichen Namen für sein Kind wünscht und beim Standesamt auf Unverständnis stößt, kann sich bei der Namensberatungsstelle der Universität Leipzig wie auch bei der Gesellschaft für Deutsche Sprache (GFDS) Hilfe holen: Bei beiden können Eltern sich ein Gutachten über die Eintragungsfähigkeit des Namens ausstellen lassen. Allerdings gibt es keine Garantie, dass die Gutachten positiv beschieden werden. Gutachten aus Leipzig kosten bis zu 40 Euro, die der GFDS zwischen 25 und 45 Euro. Kriterien für das Gutachten sind das Kindeswohl, die eindeutige Geschlechtszuordnung, seriöse Quellen, die den Vornamen schon in der Vergangenheit belegen, und die klare Klassifizierung als Vorname. Nicht bestätigt wurden daher Wörter aus der Alltagssprache (Blitz), Eigenkreationen ohne Vornamencharakter (de Sunny) oder Städtenamen (Celle).

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