Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Vorträge in Celle: Thronfolge und Kriege der Welfen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Vorträge in Celle: Thronfolge und Kriege der Welfen
17:06 08.07.2014
Der erste Welfenherrscher auf Englands Thron: Georg I. Quelle: Fotostudio Loeper, Celle
Celle Stadt

„Dieses Thronfolgegesetz ist eine Beleidigung!“ So oder ähnlich könnte Georg August, Kurfürst von Hannover, reagiert haben, als seinem Hause 1701 der so genannte „Act of Settlement“ von den Engländern überreicht wurde. Ein Gesetz, das den Welfen immerhin den Weg auf den englischen Thron ebnete.

Der vom englischen Parlament ausgearbeitete Hauptinhalt legte fest, dass künftig ausschließlich Protestanten die englische Krone tragen dürften. Damit schieden 54 potenzielle, aber katholische Kandidaten in der Thronfolge aus. Die erste Protestantin und damit nächste Anwärterin war Sophie, Gattin von Ernst August zu Braunschweig-Lüneburg, nachdem der katholische König Jakob II. von seiner Tochter Mary und deren Gatten Wilhelm von Oranien aus dem Land gejagt worden war. Sophie verstarb 1714, und ihr Sohn Georg Ludwig rückte in der Erbfolge nach. Er sollte als Georg I. den englischen Thron besteigen.

Ein Grund zur reinen Freude, sollte man annehmen. Und dennoch fühlte sich der Kurfürst beleidigt durch den „Act of Settlement“. „Das Abkommen war mit erheblichen Restriktionen für ihn verbunden“, sagt Kampmann. Die Einschränkung seiner außenpolitischen und persönlichen Freiheiten war in der Angst der Briten vor einem ausländischen Herrscher im eigenen Land begründet. Protestantische Thronfolge ja, aber feste Einbindung mit den Allianzen Kontinentaleuropas nein – der Welfe auf dem Thron war für viele Briten ein rotes Tuch. Das Inselvolk tat – und tut sich bis heute – mit der Integration in ein einiges Europa schwer.

Keine andere Epoche wurde so vom Festungskrieg dominiert wie die der Kriege gegen Ludwig XIV., an denen auch die Welfen teilnahmen. Wie die Belagerung von Philippsburg 1676 das Schicksal der Celler Welfen nachhaltig beeinflusste, zeigt Michael-Andreas Tänzer in seiner Führung am Donnerstag, 24. Juli, auf. Sie beendete die Hoffnung auf eine dynastische Wiedervereinigung der Celler und Braunschweiger Welfen.

„Krieg ist nicht Schlacht, Krieg ist Belagerung zur Zeit des Barock“, stellt Tänzer fest. Anhand ausgewählter Bilder erklärt der Initiator des Arbeitskreises Hannoversche Militärgeschichte am Donnerstag, 24. Juli, die Kunst des Krieges im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert. Damals hatten Festungen große Bedeutung und waren Ausgangspunkt für Angriffe.

Von Martina Hancke