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Celle Stadt Vortrag über Wilhelm III. in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Vortrag über Wilhelm III. in Celle
17:49 13.07.2014
Christoph Kampmann Quelle: Peter Bierschwale
Celle Stadt

Mit einem lebhaften Vortrag faszinierte er im großen Festsaal des Celler Schlosses die Zuhörer mit seiner engagierten Schilderung des historischen Kontextes.

Im Zentrum des Vortrags stand Wilhelm III. von Oranien, „Statthalter“ der Niederlande und ab 1689 in Personalunion englischer König. Wilhelm III. war geprägt von der Bedrohung der Niederlande durch Frankreich und der großen Furcht der Protestanten vor einem Voranschreiten des „Papismus“, die durch die Vertreibung der Hugenotten aus Frankreich zusätzlich geschürt worden war. Wilhelm III. und mit ihm die protestantische Geisteswelt sahen die „Freiheit und die Sicherheit“ Europas gefährdet, so Kampmann. Dem glaubte Wilhelm III. nur mit einer Besetzung des englischen Throns durch einen Protestanten entgegenwirken zu können.

Wilhelm III. war in London nicht unumstritten, denn er hatte sich häufiger in Europa als in London aufgehalten und außerdem England in kostenträchtige europäische „Händel“ hineingezogen, wie es Kampmann formulierte. Die Konsequenz daraus fand sich im „Act of Settlement“ wieder. Mit ihm wurde die einst königliche Macht in wesentlichen Teilen dem Parlament übertragen. Daher löste das Angebot der Engländer zunächst eher Empörung denn Begeisterung aus: In Hannover wertete man das als einen „Eingriff in das Ehrverständnis eines Fürsten“. Doch bereits 1698 hatte Wilhelm III. seinen väterlichen Freund, den Celler Herzog Georg Wilhelm, besucht und mit ihm Geheimdiplomatie beim gemeinsamen Jagen betrieben.

Von Peter Bierschwale