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Celle Stadt Wachstum durch neue Struktur
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wachstum durch neue Struktur
15:11 23.02.2012
Von Michael Ende
Offizierheim Immelmann-Kaserne. - Hermann Grube. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

WIETZENBRUCH. Getreu dem Heeresflieger-Motto „nach vorn“ blickt Celles Standortältester und Kommandeur des Hereresfliegerausbildungszentrums C, Oberstleutnant Hermann Grube. Und das tut er nach der Bekanntgabe der Bundeswehr-Strukturreform mit ihren Standortentscheidungen noch viel lieber als zuvor, wie er am Mittwoch bei einer Vortragsveranstaltung der Gemeinschaft der Heeresflieger (GdH) bekräftigte. Im Oktober hatte es geheißen, auf Wietzenbruch komme im Zuge der Schließung des Ausbildungszentrums eine Truppenreduzierung zu. Die Zahlen, die Grube nun präsentierte, sprachen eine andere Sprache.

Das Stammpersonal in Wietzenbruch, wo das Ausbildungs- und Übungszentrum Luftgestützter Einsatz als Teil des Bückeburger Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums entstehen soll, sollte von 1080 auf 400 Stellen - hinzu sollten etwa 430 Lehrgangsteilnehmer kommen- reduziert werden. Das war der Stand im Oktober. „Heute sind 1127 Personen in der Kaserne stationiert“, so Grube. Am 1. April oder 1. Juli 2013 wären es 1477 Soldaten und zivile Mitarbeiter, wenn jeweils 488 Ausbildungsstellen pro Halbjahr hinzukommen.“

Derzeit bereite man sich auch darauf vor, das neue und zur Heeresaufklärungstruppe gehörende Unteroffizieranwärter- und Feldwebelanwärterbataillon in der Immelmann-Kaserne anzusiedeln, erläuterte Grube: „Dieses Bataillon kann 2013 aus Platzmangel zunächst nur zur Hälfte bei uns untergebracht werden - die andere Hälfte kommt erst mal nach Bückeburg.“ Umfangreiche Infrastrukturvorhaben seien deswegen angelaufen: „Mehrere Gebäude werden hierfür nicht nur aufgehübscht, sondern umfangreich und für einen sechstelligen Betrag saniert.“

Doch nicht nur das. Damit sich die Infanteristen in der Hereresflieger-Kaserne zu Hause fühlen können, wird eine Hindernisbahn gebaut. Rundum-modernisiert werde der Schießstand in Scheuen, außerdem sollten unter anderem ein neues Hörsaal-Gebäude, ein zusätzlicher Infanterie-Gefechtssimulator sowie zwei neue Unterkunftsgebäude in Wietzenbruch gebaut werden, so Grube: Dafür sind uns jetzt gerade erst rund zehn Millionen Euro zugesagt worden.“ In den vergangenen Jahre habe man 44 Millionen Euro in die Kaserne investiert. Insgesamt sollten 68 Millionen - zuzüglich der jetzt zugesagten zehn Millionen- verbaut werden.

Hier entstehe ein Potential, das sich herumsprechen werde, so der Oberstleutnant, der besonders auf den Begriff der „Kohäsion“ einging. Im neuen „Heer Zwanzig-Elf“ sollten die Kräfte so gebündelt werden, dass Einheiten, die im Einsatz eng miteinander kooperierten, auch schon vorher optimal verzahnt seien. Da werde sich zwangsläufig die Frage stellen, ob zukünftig nicht auch Fallschirmjäger, die in Oldenburg ihre Sprungausbildung absolvierten, für spezielle Ausbildungsteile wie etwa „Überleben Land“ in Wietzenbruch landen sollten: „Hier wären viele Synergien denkbar.“

Denkbar wäre es laut Grube auch, im nahe an Truppenübungsplätzen gelegenen Wietzenbruch ein Schießausbildungszentrum für den neuen Kampfhubschrauber „Tiger“ einzurichten: „Vorstellbar ist vieles. Da ist jetzt viel Bewegung drin. Wir sind sehr gut aufgestellt.“