Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Wahrendorff will Kunstwerk retten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wahrendorff will Kunstwerk retten
16:59 25.04.2013
Von Gunther Meinrenken
Das Relief der Celler Bildhauerin Gerda Sautter de Hotzen am Schwesternwohnheim könnte im Garten der späteren Klinik für psychisch Kranke einen Platz finden. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Jörg Schwarz wohnt seit 1951 in Celle. War hier als Nervenarzt tätig. „In dieser Zeit habe ich viele Abrisse erlebt, Trüller etwa oder die Hermann-Billung-Schule“, trauert der 70-Jährige den markanten Gebäuden nach, die aus dem Stadtbild verschwunden sind. Nun gilt seine Sorge dem Schwesternwohnheim an der Wittinger Straße. Genauer gesagt einem Relief an dem Gebäude, das die Celler Bildhauerin Gerda Sautter de Hotzen gefertigt hat. Schwarz fürchtet, dass das Kunstwerk mit dem geplanten Abriss des Hauses vernichtet werden könnte.

Sautter de Hotzen wurde 1921 geboren, war nach dem Krieg als Bildhauerin bis 1956 in der Residenzstadt tätig. Dann wanderte sie nach Mexiko aus. 1964 kehrte sie zurück, arbeitete als eine der leitenden Krankenschwestern der Infektionsabteilung am AKH. „Sie war allen unter dem Namen Schwester Hotz bekannt“, berichtete Schwarz. Künstlerisch trat Sautter de Hotzen vor allem noch als Medaillenporträtistin in Erscheinung.

Im Stadtbild erhalten sind von der Künstlerin der Schäferbrunnen in der Trift, zwei Reliefs an der Hausdurchfahrt Ludwig-Hölty-Straße 18-23 und eben das Kunstwerk am Schwesternwohnheim, das eine „barmherzige Schwester und eine Patientin“ zeigt, so Schwarz, der schon wegen der Zukunft des Reliefs die Denkmalpfleger der Stadt und die Landtags- und Bundestagsabgeordneten angeschrieben hat.

Er hätte auch direkt beim Klinikum Wahrendorff nachfragen können. Die Einrichtung für psychisch kranke Menschen wird an der Stelle des Schwesternwohnheims ein „Fachkrankenhaus für die Seele“ bauen. Zwei Stationen mit jeweils 22 Betten sowie eine Tagesklinik für 15 Patienten sollen in unmittelbarer Nähe zum Allgemeinen Krankenhaus entstehen. Die Arbeiten werden demnächst in die heiße Phase gehen. 2015 soll die Klinik in Betrieb gehen.

Mit dem Kunstwerk von Sautter de Hotzen hat man sich beim Klinikum Wahrendorff bereits vor zwei Jahren beschäftigt. „Wir haben uns mit der Denkmalpflege der Stadt Celle getroffen und das Gebäude in Augenschein genommen. Das Haus, so das Ergebnis, ist nicht im engeren Sinne als Baudenkmal zu sehen. Aber die Denkmalpflege hat deutlich gemacht, dass sie es gerne sähe, wenn das Kunstwerk erhalten bliebe“, teilte der Geschäftsführer des Klinikums Wahrendorff, Rainer Brase, mit. Das Relief soll daher herausgelöst werden und eventuell im späteren Garten der Klinik einen neuen Platz finden.