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Celle Stadt Warten auf Cramer
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Warten auf Cramer
11:22 13.09.2013
Von Michael Ende
Celle Stadt

Gespannt wartet man in der Celler Politik und in der Altstadt auf einen konkreten Schritt der Firma Cramer. Die Doppel-Taktik des Investors sieht vor, einen 3500 Quadratmeter großen Edeka-Lebensmittelsupermarkt an der Wehlstraße mit einem kleinen Pendant direkt in der City zu bauen. Ohne das eine werde man das andere nicht genehmigen, heißt es dazu aus der Politik. Und noch viel mehr hängt daran: Demnächst will man sich mit der Zukunftsplanung für die alte Feuerwehr-Hauptwache befassen – solange das Thema Lebensmittelmarkt für die Altstadt noch eine Unbekannte ist, wird diese längst überfällige Planung schwerlich ernsthaft betrieben werden können: Soll man am alten Feuerwehr-Standort einen Lebensmittler planen, oder hakt Cramer das Thema ab?

Als Cramer jetzt eine Stellenanzeige schaltete und einen „Marktleiter/in Kleinfläche“ suchte, horchten viele in Celle auf. „Das hört sich ziemlich nach dem Celler Mini-Markt für die Altstadt an“, meint zum Beispiel Grünen-Fraktionschef Bernd Zobel. Hat er den richtigen Riecher? Ist Cramer schon so weit, den kleinen Markt zu besetzen und hat damit die Bedingung für den Bau des großen erfüllt? Die CZ fragte nach. In der Cramer-Zentrale in Burgdorf hält man sich bedeckt. „Wir betreiben im Raum Hannover/Celle mehrere Märkte und suchen immer wieder mal Mitarbeiter“, so Geschäftsführer Jürgen Cramer. „Bitte respektieren Sie, dass wir betriebliche Veränderungen nicht über die Presse an unsere Mitarbeiter kommunizieren.“

Respekt vor den Wunschen Cramers hat Celles Stadtbaurat Matthias Hardinghaus. Aus Gründen, die er „zu respektieren habe“, falle seine Stellungnahme auf die CZ-Nachfrage „etwas schmallippig“ aus: „Auch wenn nach außen noch nicht viel Sichtbares geschehen ist, kann ich bestätigen, dass wir intern mit der Familie Cramer und dem Projektentwickler sehr gut und intensiv am Planungsvorhaben an der Wehlstraße/77er Straße arbeiten.“ Die Fachplanungen seien „auf den Weg gebracht“, so Hardingaus: „Auf Ebene von Architektur und Städtebau müssen jedoch noch Aufgaben gelöst werden. Wir streben die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung für – wahrscheinlich – nach den Herbstferien an. Zur Frage eines kleinen Frischemarktes in der Altstadt habe ich keinen Grund anzunehmen, dass sich an anfänglich getroffene Aussagen nicht gehalten wird.“

Auf die CZ -Frage, ob Cramer sich das zugewucherte Grundstück an der Ecke Wehlstraße/77er Straße gesichert habe, schüttelt Hardinghaus den Kopf: „Zwar wurde der Einleitungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan bereits im Oktober letzten Jahres gefasst; auf liegenschaftlicher Ebene ist es jedoch erst im Februar gelungen, dem Investor die nötige Verbindlichkeit seitens der Stadt entgegen zu bringen.“ Aus dem Rathaus hieß es am Mittwoch, dass Cramer vor einigen Wochen signalisiert habe, das Grundstück nicht mehr in diesem Jahr kaufen zu wollen. Noch am selben Tag hatte man eine weitere Meldung parat: „Vor einer Stunde hat sich das Unternehmen Cramer bei unserer Wirtschaftsförderung gemeldet und mitgeteilt, dass man in der kommenden Woche das Grundstück erwerben wolle.“ Tags darauf noch eine Aktualisierung aus dem Rathaus: „Herr Cramer hat sich am Donnerstagnachmittag erneut per Telefon bei der städtischen Wirtschaftsförderung gemeldet. Dabei erklärte er, dass er vorerst nur ein Kaufpreisangebot zu den Grundstücken einholen möchte. Das hätte jedoch Zeit bis November. In diesem Jahr werde er noch nicht ankaufen.“

Hardinghaus' Appell: „Bitte auch für dieses Projekt die nötige Geduld aufbringen.“ Den für die Altstadt politisch Verantwortlichen dürfte dies umso schwerer fallen, je näher die Beratungen über die Zukunft der alten Feuerwehr-Hauptwache rücken. Sie stehen Donnerstag, 19. September, auf der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, die um 17 Uhr im Neuen Rathaus beginnt. Michael Ende