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Celle Stadt Was zählt, ist Leidenschaft für Musik
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Was zählt, ist Leidenschaft für Musik
12:56 11.08.2010
CJD-Musikschule Celle: Das Orchester der CJD-Musikschule Celle beim Konzert im Schulzentrum Burgstraße. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Wenn am 16. Oktober das Bundesorchester des Christlichen Jugenddorfwerkes (CJD) im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie sein großes Jahreskonzert mit Haydns „Oxford-Sinfonie“ eröffnet, dann sind auch zwei Jugendliche der CJD-Musikschule Celle dabei: Die 14-jährige Ariane Krafczyk (Querflöte) und der 13-jährige Nikolas Mischke (Trompete). Während Nikolas erstmals dabei ist, konnte sich Ariane auch schon im Vorjahr einen Platz im Bundesorchester sichern.

Pro Woche 30 Minuten individueller Einzelunterricht und 60 Übungsminuten in der jeweiligen Orchesterstufe, dazu jede Menge instrumentaler „Hausaufgaben“ und gruppendynamische Lernphasen in unterschiedlichsten Kammermusik-Ensembles – vor den Mädchen und Jungen der bundesweit über 150 CJD-Musikschulen liegt ein weiter und übungsintensiver Weg, um sich Schritt für Schritt über die jeweiligen Schulorchester einen der nur etwa sechzig Plätze im Bundesorchester zu sichern. Doch steht dieser Weg grundsätzlich jedem Musikinteressierten offen. Denn frei nach dem christlichen Wahlspruch „Keiner darf verloren gehen“ des CJD-Gründers Arnold Dannenmann bekommt auch in der CJD-Musikschule Celle jeder die Chance, ein Instrument zu erlernen und dabei von Beginn an – zunächst im Anfänger-Orchester – auch orchestral eingebunden zu werden. Herkunft, Religion und soziale Aspekte spielen dabei keine Rolle. Alles, was man mitbringen muss, ist die Leidenschaft für die Musik.

Über 250 Schülerinnen und Schüler werden derzeit von der CJD-Musikschule Celle im Maschweg ausgebildet und betreut, von der musikalischen Früherziehung bis zur Erwachsenenbildung. Über die Hälfte von ihnen hat sich der sinfonischen Blasmusik verschrieben. Die Jüngsten sind gerade mal vier Jahre alt, die Ältesten teilweise bereits über siebzig. Denn es gibt in Celle – im Gegensatz zu den meisten anderen CJD-Musikschulen – keine Altersbegrenzung. Schon nach zwei Jahren sind die meisten so weit, im Vororchester mitzuspielen, und spätestens nach vier Jahren ist man in der Regel fit für das Schulorchester. Die besten Instrumentalisten werden jährlich von den Schulleitern für das Bundesorchester vorgeschlagen, wo sie sich dann persönlich vorstellen und bewähren müssen.

So weit denken die achtjährige Emily Karsten und der zwölfjährige Silas Bolz allerdings noch nicht. Die beide Nachwuchsklarinettisten sind seit einem guten Jahr Schüler der CJD-Musikschule Celle und haben zunächst erstmal das Schulorchester als Nahziel vor Augen. Beiden macht es riesigen Spaß, ihre individuellen Fähigkeiten und die Klangfarbe ihres Instrumentes beim orchestralen Zusammenspiel in das konzertante Ganze einzubringen, quasi unmittelbar zu erleben, wertvoller Teil eines Ganzen zu sein und dadurch im wahrsten Sinne spielerisch ihre Teamfähigkeit zu entwickeln.

Im Gegensatz etwa zur CJD-Musikschule in Elze, die von einem Kooperationsvertrag mit der Musikhochschule Hannover profitiert, muss sich die CJD-Musikschule Celle allerdings durch Beiträge und Spenden selbst finanzieren. Quasi als Rückendeckung – etwa zur Beschaffung von Noten und Leihinstrumenten und zur Unterstützung von Kammermusikprojekten – hat sich daher im August 2006 ein Förderverein konstituiert, der den Verantwortlichen unbürokratisch und zielorientiert unter die Arme greift.

www.musicjd.de

Von Rolf-Dieter Diehl