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Celle Stadt "Springer-Pastor" übergibt Staffelstab
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Springer-Pastor" übergibt Staffelstab
10:00 15.12.2018
Von Dagny Siebke
Arthur Wecker (links) ist passionierter Hobbypilot. Nach vier Jahren als "Springerpastor" kennt er den Kirchenkreis Celle wie seine Westentasche. Seinen Nachfolger Norbert Schwarz hat er bereits auf künftige Herausforderungen vorbereitet. Quelle: David Borghoff
Celle

Inwiefern ist es "Fluch oder Segen" als „Pastor auf Zeit“ immer wieder einspringen zu müssen?

Arthur Wecker: Für mich war das eine segensreiche Zeit. Ich wollte noch einmal eine neue berufliche Herausforderung suchen nach zuletzt 26 Jahren Gemeindepfarramt in Hannover. Da meine Frau aus Hustedt stammt und wir dort im eigenen Haus wohnen können, bot sich für mich die Möglichkeit an, als Springer im Kirchenkreis Celle tätig zu sein. Diese Arbeit war sehr spannend und vielseitig. Mittlerweile kenne ich mich im Kirchenkreis Celle besser aus als meine Frau. Wenn ein Pastor erkrankt war, musste ich mitunter von heute auf morgen einspringen und zum Beispiel einen Schulanfängergottesdienst übernehmen. Durch lange Erfahrung war das kein Problem für mich.

Welche Herausforderungen gibt es dabei?

Wecker: Ich bin nur auf Zeit in den Gemeinden. Da hat man sich mit eigenen Vorstellungen zurückzuhalten, auch wenn ich überall sehr freundlich aufgenommen wurde. Als Gast sollte man die Abläufe in einer Gemeinde jedoch nicht verändern. Es gibt so viele bereichernde Unterschiede in den Gemeinden, verschiedene Liturgien, auf die sich ein Springer einstellen muss. Diese Flexibilität hält geistig fit. Bei einer Hauptvakanz-Vertretung sollte man darauf gefasst sein, dass der Fokus der Gemeinde häufig schon auf dem Nachfolger liegt.

Worauf haben Sie Ihren Nachfolger Norbert Schwarz vorbereitet?

Wecker: Norbert Schwarz ist ein sehr erfahrener Kollege und war zwölf Jahre lang in einer Kirchengemeinde Hittfeld als Gemeindepfarrer tätig. Ich habe ihm nur berichtet, welche Aufgaben im Kirchenkreis Celle auf ihn zukommen. Wie bei einem Staffellauf möchte ich den Stab gut übergeben.

Schwarz: Seit September wohne ich schon hier an der Wehlstraße und wurde bisher gut von den Cellern aufgenommen. Zufällig fand das Konvent des Kirchenkreises in Hermannsburg statt, bei dem ich eine ganze Woche lang die Kollegen kennenlernen konnte. Zudem habe ich schon einige Beerdigungen in verschiedenen Gemeinden gestaltet und viele unterschiedliche Menschen getroffen. In den Trauergesprächen habe ich nicht nur mehr über die Geschichte der Menschen erfahren, sondern auch Einblicke in die Geschichte der Stadt erhalten. So verbinde ich jetzt besondere Orte wie die Masch mit den Personen. Im Januar werde ich zunächst eine Hauptvakanz-Vertretung in der Neustadt übernehmen.

Herr Wecker, Ihr besonderes Interesse galt dem Tierschutz und der Tierethik…

Wecker: Ja, da ich auf einem besonderen Bauernhof in Bethel groß geworden bin, bin ich mit Tieren aufgewachsen und jedes Tier hatte sofort mein Herz erobert. Albert Schweitzers Einstellung „Ehrfurcht vor dem Leben“ hat mich geprägt. Zudem ist meine Tochter Tierärztin. Vor drei Jahren habe ich vier Ziegen bei uns aufgenommen. Ich habe im Tierheim Gottesdienste gehalten und auch mit angepackt, um den Tierfriedhof in Celle zu pflegen.

Wie werden Sie dem Kirchenkreis verbunden bleiben?

Wecker: Ich werde mir ein Jahr Pause gönnen, um mehr Zeit mit meiner Familie verbringen zu können. Aber ich werde auch in Zukunft sicherlich den einen oder anderen Gottesdienst gerne übernehmen. Dem Tierheim Celle und dem Hagel Hof in Löningen, einem Gnadenhof für Tiere, werde ich im Ruhestand mehr Zeit widmen.

Herr Schwarz, worauf legen Sie besonders viel Wert?

Schwarz: Die Gestaltung von Trauungen, Taufen, Beerdigungen gehört bislang zum Schwerpunkt meiner Tätigkeit. Wir leben in einer mobilen Gesellschaft, in der viele Menschen nicht an eine bestimmte Gemeinde gebunden sind. Oft habe ich schon Menschen beerdigt, die ich vorher nicht gekannt habe. So funktioniert der Kernbereich meiner Tätigkeit.

In der Vergangenheit lag Ihnen ein Pilgerweg besonders am Herzen...

Schwarz: Entlang eines Pilgerwegs in der Nähe von Hamburg bin ich immer wieder Leuten begegnet, die sonst nichts mit der Kirche am Hut hatten. Oft war es nur eine punktuelle Begegnung, aber trotzdem ist eine Verbindung entstanden. Bei einem Pilgerlauf über 28 Kilometer, der in Hamburg startete, haben wir Zwischenstationen an Kirchen eingerichtet. Dort haben wir Kurzandachten gehalten, die nie länger als zehn Minuten dauerten. Dabei habe ich gelernt, pointiert einen Gedanken zu erarbeiten. Ich habe einen Rucksack voll mit Erfahrungen für verschiedene Anlässe.

Wecker: Wir Pastoren trauen ja auch Paare im Schloss Eldingen. Viele Paare kommen nicht aus dem Kirchenkreis Celle. Das Bild von der Kirche entsteht stark über die Personen und dieses bleibt oft lange im Gedächtnis. Unser Ziel ist es, dass Kirche freundlich und einladend wirkt.

Abschied und Einführung

Abschied: Zum vierten Advent am Sonntag, 23. Dezember, wird Pastor Arthur Wecker von Superintendentin Andrea Burgk-Lempart in einem Gottesdienst in der Marien-Kirche in Bröckel, Hauptstraße, um 10 Uhr in den Ruhestand verabschiedet, da er dort eine längere Zeit tätig war. Im Anschluss an den Gottesdienst lädt die Bröckeler Kirchengemeinde zu einem kleinen
Abschiedsempfang im dortigen Gemeindehaus aus.

Einführung: Superintendentin Dr. Andrea Burgk-Lempart führt am Sonntag, 20. Januar, in der Blumläger Kirche Norbert Schwarz in seinen Dienst als „Gastprediger“ im Celler Kirchenkreis ein. Nach dem Gottesdienst lädt der Kirchenkreis Celle zu einem Empfang im Blumläger
Gemeindehaus ein.

Zur Person

Arthur Wecker hat in den vergangenen vier Jahren in einer Reihe von Gemeinden im Celler Kirchenkreis Gottesdienste geleitet. Für den gebürtigen Diepholzer waren die vergangenen vier Jahre in Celle eine besonders wichtige und schöne Etappe zum Abschluss seiner Berufstätigkeit. Nach dem Theologiestudium in Bethel, Tübingen und Göttingen und seinem Vikariat in St. Jürgen bei Bremen und beruflichen Stationen in Edemissen bei Peine und in der Bonhoeffer-Gemeinde in Hannover-Roderbruch hat Wecker in Celle den sogenannten „Springerdienst“ versehen.  

Dabei hat Wecker
beeindruckt, dass er in allen Gemeinden offene
Türen vorgefunden und viel Freundlichkeit erlebt hat. „Diese positiven Erfahrungen“, so der 65-Jährige, „erfüllen mich mit großer Dankbarkeit.“

Zur Person

Norbert Schwarz übernimmt nun die Aufgabe des „Springer-Pastors“. Nach seinem Vikariat in Hannover war der gebürtige Uelzener gemeinsam mit seiner Frau in Hittfeld vor den Toren von Hamburg tätig. Der promovierte Theologe freut sich auf die Arbeit in Celle, weil er gerne als Seelsorger Menschen begleitet. Der 46-Jährige sagt: „Mich reizt es, als „Springer“ unterwegs zu sein. Seit meinem Vikariat sehe ich die Gestaltung von Trauungen, Taufen, Beerdigungen als einen Schwerpunkt meiner Arbeit an.“ 

Norbert Schwarz kennt bereits die neuen Herausforderungen: „Auch wenn ich hier oder dort etwas länger im Einsatz sein werde, weiß ich doch, dass ich immer nur Gast bin und durchaus mit Fingerspitzengefühl vorgehen muss.“ Seine Frau Imke Schwarz ist seit Januar Plattdeutschbeauftragte und Pastorin
in Loccum. 

Sie sind beide über 80 und haben alles andere als einen unbeschwerten Lebensabend. Hans und Gretel müssen immer ans Sparen denken.

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