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Celle Stadt Weg frei für Celler Kulturgenuss
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Weg frei für Celler Kulturgenuss
14:41 02.02.2018
Eva-Maria Schmidt (Mitte) könnte ohne das Projekt „Kultur im Duo“ an keiner Aufführung des Schlosstheaters teilnehmen. Regina Haut von der Bürgerstiftung Celle (links) und Ute Paulick freuen sich, der 94-Jährigen den Kulturgenuss zu ermöglichen. Quelle: Anke Schlicht
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„Ich war immer kulturell interessiert, hatte ein Abonnement fürs Theater und den Kammermusikring“, blickt die Journalistin Eva-Maria Schmidt zurück auf Jahrzehnte, in denen sie in Süddeutschland arbeitete, und die ersten Jahre ihres Lebensabends, den sie in Celle verbringt. „Meine Beweglichkeit ließ im Laufe der Zeit nach, zunehmend benötigte ich Hilfe“, berichtet die 94-Jährige. Das Interesse an Ausstellungen und Aufführungen blieb, aber teilnehmen konnte sie aufgrund ihrer eingeschränkten Gehfähigkeit an kulturellen Ereignissen nicht mehr. „Ich vermisste dieses im Ruhestand sehr“, sagt Schmidt. „So geht es zahlreichen älteren Menschen, die alleine leben. Bereits der Erwerb von Eintrittskarten ist für viele ein unüberwindliches Hindernis“, erläutert Regina Haut. Sie ist aktives Mitglied der Bürgerstiftung Celle, und diese hat bereits vor zwei Jahren das Problem erkannt und mit dem Projekt „Kultur im Duo“ Hürden aus dem Weg geräumt.

„Ich rufe einfach beim Senioren- und Pflegestützpunkt an, nenne das Stück, das ich mir ausgesucht habe, und einen Terminvorschlag und dann wird eine Begleitung für mich gesucht“, beschreibt Schmidt das Verfahren. „Wir verfügen über einen Pool von rund 35 ehrenamtlichen, in der Familienbildungsstätte ausgebildeten Seniorenbegleitern. Ich schaue nach, wer in der Nähe wohnt, und schon steht dem Kulturerlebnis nichts mehr im Weg“, erläutert Ute Paulick vom Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen/Celle, die wie das Schlosstheater bei der Realisierung des Projektes als Partner der Bürgerstiftung fungieren. Die Ehrenamtler besorgen die Tickets, holen ab und bringen zurück, die Beteiligung an den Fahrtkosten beträgt fünf Euro.

Die beförderungstechnischen Belange sind eine wichtige Komponente. Eva-Maria Schmidt bringt jedoch einen zweiten, nicht zu unterschätzenden Aspekt ins Spiel: „Man hat jemanden, mit dem man über die Aufführung reden kann“. Sich auszutauschen über die Inhalte, zum Nachdenken anregen – darauf zielt Theater ab. „Wir sehen es als unseren Auftrag an, für die gesamte Bevölkerung da zu sein. Vor diesem Hintergrund und auch angesichts des demografischen Wandels ist ‚Kultur im Duo‘ eine tolle Sache. Was wir tun können, um derartige Aktivitäten zu beflügeln, machen wir“, begründet der Geschäftsführer des Schlosstheaters, Stephan Bruhn, die prompte Bereitschaft zur Mitwirkung.

Den aktuellen Spielplan hat Eva-Maria Schmidt im Detail studiert und einige Aufführungen in die engere Wahl genommen: „Für mich ist dieses Projekt ein Beitrag zum selbstbestimmten Leben. ‚Kultur im Duo‘ ist einfach fabelhaft.“

Von Anke Schlicht

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