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Celle Stadt Weil eröffnet Celler Austellung zur Personalunion
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Weil eröffnet Celler Austellung zur Personalunion
22:19 18.05.2014
Von Oliver Gatz
Einblicke in Geschichte der Welfen (von links): Stephan Weil, Dirk-Ulrich Mende und Klaus Wiswe. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Quasi in eigener Personalunion kam Stephan Weil am Sonntag nach Celle. Als Bundesratspräsident eröffnete er die deutschlandweite Auftaktveranstaltung des Internationalen Museumstages, als niedersächsischer Ministerpräsident gab der SPD-Politiker den Startschuss für die Ausstellung "Reif für die Insel" als Teil der großen Landesausstellung. Sie beleuchtet bis Anfang Oktober die Zeit von 1714 bis 1837, als Hannovers Herrscher zugleich auf Englands Thron saßen.

Zunächst trug sich Weil im Alten Rathaus ins Goldene Buch der Stadt ein. Ebenfalls anwesend: Erbprinz Ernst-August von Hannover als Vertreter des Welfenhauses. Anschließend führten Jochen Meiners, Direktor der Celler Museen, und Kurator Heiko Laß die prominenten Gäste durch die Ausstellung im Schloss, die die Vorgeschichte der doppelten Regentschaft in Hannover und London in den Fokus rückt.

Weil zeigte sich angetan von den Exponaten, sprach von einem "hohen Niveau". "Ohne Celle wäre die Personalunion so nicht denkbar gewesen", sagte er. Insofern sei die Residenzstadt ein wichtiger Teil der Landesausstellung. Der Ministerpräsident warb für den Besuch der Schau, die "das aufwändigste und ambitionierteste Projekt zur Landesgeschichte ist, das wir in Niedersachsen jemals unternommen haben".

Museen seien so etwas wie das Gedächtnis einer Gesellschaft, sagte Weil beim Festakt im Schlosstheater. „In allen Menschen steckt das tiefe Bedürfnis zu erfahren, woher man kommt und was geschehen ist bis zu dem, was heute ist." Den Museen komme dabei die anspruchsvolle Aufgabe zu, mit ihren Sammlungen und Exponaten auf all diese Fragen Antworten zu finden.

Und das Interesse ist auch im Internet-Zeitalter ungebrochen: 6,5 Millionen Menschen haben nach Weils Angaben 2013 die niedersächsischen Museen besucht. Eine abnehmende Tendenz sei nicht erkennbar.

Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) dankte den Geldgebern der Ausstellung, würdigte insbesondere das Engagement des Bomann-Museums und hob die Bedeutung der Leihgeber hervor. "Ohne die Sammlungen im In- und Ausland wäre die Ausstellung sehr viel ärmer gewesen", sagte Mende. Es habe einen regen Austausch zwischen den Akteuren gegeben. Jetzt hoffe er auf viele Besucher aus nah und fern und auf neue Verbindungen, die daraus entstünden.

Unmittelbar nach seiner Krönung in London ließ sich auch König George I. im Alten Rathaus und im Celler Schloss blicken – begleitet von der Stinkfeinen Gesellschaft. Ärgerlich: Beim Festakt im Schlosstheater war für Seine Majestät kein Platz reserviert. Am Ende fand der Monarch in Person Wilhelm Liljes dann zum Glück aber doch noch ein Plätzchen.