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Celle Stadt Weil in Celle: Geraden Rücken auch in Krise
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Weil in Celle: Geraden Rücken auch in Krise
22:10 10.08.2017
Von Dagny Siebke
Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

„Ich hätte gedacht, er sagt ab“, verriet Olaf Kahle am Mikro. Deswegen freute sich der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg als der Gastgeber des IHK-Sommerfestes umso mehr, Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am gestrigen Abend begrüßen zu dürfen. Erst der Wechsel einer Hinterbänklerin von Rot-Grün zur Union, dann die Kritik am Abstimmen einer Regierungserklärung mit VW. Doch von der emotional geführten Diskussion der vergangenen Tage lässt sich Weil im Landgestüt wenig anmerken.

Der Ministerpräsident hielt sich in seiner Rede an das IHK-Motto „Verantwortung unternehmen“. Denn als Inhaber trage man nicht nur Verantwortung für Unternehmen, Mitarbeiter und Vermögen, sondern fühle sich in der Tradition als „Teil einer Kette“ und leiste einen Beitrag für die Gesellschaft, so Weil. Er habe viele Gespräche geführt und bemerkt, wie mitgenommen Unternehmer in einer Krise aussehen. „Wir wünschen uns, dass Sie weiter bereit dazu sind, Verantwortung zu tragen und den Rücken gerade zu machen – auch wenn es einmal eng wird“, betonte er.

Angesichts des Dieselskandals sagte Weil: „Ich verstehe, dass Sie stinksauer sind. Wir werden dafür sorgen, dass kein Schaden entsteht, der später irreparabel ist.“ Auch dazu brauche es die Verantwortung von Unternehmen und Politik.

Weil zitierte ein Sprichwort: „Die eine Generation baut die Straße, auf der die nächste fährt.“ Der Ministerpräsident sagte, dass man mit dem Ausbau der A 39 und der Schleuse in Lüneburg auf dem richtigen Weg sei. Genauso wichtig wie der Verkehr seien flächendeckende Datennetze, die gleiche Bedingungen für Stadt und Land schaffen. Beim Thema Digitalisierung müsse jeder Unternehmer seinen eigenen Weg finden. „Es ist nicht der Job des Staates, die Antworten darauf zu liefern“, erklärte Weil. „Es ist aber unsere Aufgabe, dafür die Beratungsstrukturen zu schaffen.“

Zum Fachkräftemangel stellte der Ministerpräsident fest, dass Familienfreundlichkeit immer deutlicher zum Schlüssel des Problems werde. Zudem betonte Weil: „Wenn wir immer weniger junge Leute haben, müssen wir deren Talente immer besser zur Entfaltung bringen.“ Geduld sollten die Unternehmer beim langen Prozess der Integration von Geflüchteten beweisen. „Dieser Aufgabe müssen wir uns gemeinsam stellen“, so Weil.