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Celle Stadt Weiter Diskussionen um den Wolf
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Weiter Diskussionen um den Wolf
16:28 04.02.2014
Das Foto eines Wolfes bei Unterlüß. Der Kreisjägermeister geht davon aus, dass es inzwischen im ganzen Landkreis Tiere gibt. Quelle: Hans Müller
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Wölfe sind inzwischen im gesamten Landkreis angekommen und sie geben durchaus auch Anlass zur Sorge. Mit dieser Einschätzung hat Celles Kreisjägermeister Hans Knoop im Umweltausschuss des Landkreises für einige Diskussionen gesorgt.

Dabei betont Knoop sehr deutlich, dass er kein Gegner des Wolfes ist. „Nachdem ich aber bereits beim letzten Mal in diesem Ausschuss berichtet habe, dass man eine andere Seite nicht unberücksichtigt lassen darf, habe ich viele Anrufe bekommen, bei denen mir Menschen ihre Erlebnisse geschildert haben”, sagte Knoop.

Er berichtete von Försterfrauen, die ihre Kinder nicht mehr alleine durch den Wald zur Schule gehen lassen wollen, weil der Wolf dort aktiv ist. „Waldarbeiter erzählen zudem, dass Wölfe keine Angst haben und sich 30 Meter von den Menschen hinsetzen, um sie zu beobachten”, so Knoop.

Hauptsächlich in der Dämmerung könne es zu problematischen Begegnungen zwischen Tier und Mensch kommen. So habe ein Wolf eine Nachsuche eines angeschossenen Hirsches fast zeitgleich mit einem Jäger aufgenommen. Das Ausschussmitglied Carsten Rodehorst (CDU) berichtet zudem von einem Vorfall aus dem Nordkreis, bei dem eine ältere Person im Bereich des Truppenübungsplatzes von Tieren eingekreist wurde. Passiert ist allerdings nichts.

Vertreter und SPD und Grüne argumentierten gegen die Ausführungen des Kreisjägermeisters. „Jeder Mensch ist ebenfalls eine Gefahr, vor der man Angst haben muss, beispielsweise wenn man Fahrrad fährt und einem ein großer Güllewagen auf einem Feldweg begegnet”, meinte Gerald Sommer (Grüne). Annette von Pogrell (SPD) merkte an, dass „Wildschweine deutlich gefährlicher sind als Wölfe und die leben hier schon länger. Marianne Groffmann-Krumsiek forderte „Ross und Reiter zu nennen. Anonyme Geschichten führen zu nichts.”

Der Kreisjägermeister meinte, dass ein Güllewagen und ein Wolf nicht ganz zu vergleichen sein. Wildschweine seien nur dann gefährlich, wenn man zwischen Bache und Jungtiere kommt, zudem „haben wir mit diesen Tieren gelernt zu leben, an den Wolf müssen wir uns erst noch gewöhnen.” Es sei gut, dass die Menschen ihn ansprechen und er habe Vertraulichkeit zugesichert, begründete Knoop die Tatsache, dass er keine Details zu den einzelnen Vorkommnissen nannte. Für ihn steht nach den Berichten an ihn fest, „dass es den Wolf inzwischen im gesamten Landkreis gibt und nicht mehr nur im Norden oder Osten gibt.”

Von Tore Harmening