Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Weiter Streit um neue Celler Gesamtschule
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Weiter Streit um neue Celler Gesamtschule
18:32 14.06.2016
Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

Die Debatte über die Frage, ob bereits jetzt Elternbefragungen organisiert werden sollen, wurde noch einmal hitzig. Auslöser war der SPD-Fraktionsvorsitzende Mathias Pauls, als er meinte, dass es doch interessant sei, dass „die Mehrheit den Landkreis im vollen Lauf gebremst hat. Jetzt verlieren wir wieder ein Jahr. Man hätte die Verwaltung laufen lassen können, um die Entscheidungen vorzubereiten.“

Ulrich Kaiser (WG) bescheinigte Pauls daraufhin, dass „jemand, der so argumentiert, noch nicht begriffen hat, was es bedeutet, Gesamtverantwortung zu übernehmen.“ Es gehe eben nicht nur um die 100 Kinder, die abgelehnt worden seien, sondern um viele 100 andere Kinder, die von einer erneuten Reform betroffen seien. Pauls Ausführungen hingegen seien polemisch.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Joachim Müller erinnerte an die Entwicklung, die letztlich zur vorläufigen Aussetzung des Verfahrens geführt habe. „Wir haben das Thema IGS, das SPD und Grüne vorangetrieben haben, aufgegriffen, um Wege zu finden, den Bewerberüberschuss dort abzubauen“, so Müller. Die Ergebnisse des dazugehörigen Gutachtens hätten die gesamte Politik überrascht. In den Wochen danach habe die CDU ein Stimmungsbild an den Oberschulen abgefragt „und dort die Rückmeldung bekommen: ‚Lasst uns erst mal arbeiten‘“, sagte Müller. Außerdem wurde dort offenbar angemerkt, dass die Oberschulen personell schlechter ausgestattet seien als die Gesamtschule.

Bernd Zobel (Grüne) wehrte sich gegen eine „Legendenbildung. Den Stein ins Wasser geworfen bei dieser Diskussion haben Sie“, sagt Zobel in Richtung CDU. Er empfahl auch der WG angesichts der Polemikvorwürfe, „verbal ein wenig abzurüsten.“

Der Kreisausschuss entschied gestern wie der Schulausschuss. Damit sind Elternbefragung, die die Grundlage der Entscheidungen bilden sollte, zunächst vom Tisch. Bevor es damit weitergeht, sollen jetzt zunächst die Schulen befragt werden. Der neue Kreistag wird sich dann mit diesem Thema wieder befassen. Der Vorsitzende des Kreiselternrates fand dieses Vorgehen richtig. „Es bleibt endlich mal genügend Zeit für eine Stellungnahme“, so Ronald Bahr.

Der Gutachter hatte empfohlen, drei weitere Gesamtschulen in der Fläche einzuführen. Außerdem schlug er vor, die Oberschule I auf der Heese zu schließen und das Gebäude dort für das Gymnasium Ernestinum zu nutzen. So würde eine große Gesamtschule und eine große Oberschule in Westercelle mit Außenstelle Blumlage entstehen.

Von Tore Harmening