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Celle Stadt Weiterer Spielplatz in Vorwerk gefordert: "Kinder sollen sich wohlfühlen"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Weiterer Spielplatz in Vorwerk gefordert: "Kinder sollen sich wohlfühlen"
18:10 30.03.2017
Celle Stadt

Mitten im Wohngebiet am Nordfeld gibt es einen tollen Spielplatz zum Rutschen, Schaukeln, Wippen, Klettern und Buddeln. Drumherum leben momentan 395 Kinder, doch nicht alle sollen den Spielplatz nutzen. Denn dieser gehört zu einer Eigentümergemeinschaft der Wohnblöcke daneben. Seit 90 Flüchtlingsfamilien hinzugezogen sind, herrscht Hochbetrieb am Spielplatz. Kein Wunder, dass da mal etwas dreckig wird oder auch mal etwas kaputtgeht. Doch wer soll die gestiegenen Reinigungs- und Reparaturarbeiten bezahlen?

Um diese und weitere Fragen ging es kürzlich im Ortsrat Vorwerk. Die Stadt hat bereits auf den wachsenden Bedarf an Spielgeräten reagiert und mit Hilfe von Spenden einen einfachen Bolzplatz für die größeren Kinder am Talweg geschaffen. Im Moment lässt die Verwaltung auch den Spielplatz an der Tavistockstraße sanieren. Doch dieser ist mit 800 Metern Entfernung zu weit weg für jüngere Kinder. Angesichts knapper Kassen ist seitens der Stadt nicht mehr Angebot drin. Der Sandkasten am Caritas-Point kann nur eine Übergangslösung sein.

Ortsbürgermeisterin Iris Fiss sagt: „Ich möchte, dass sich alle Kinder in Vorwerk wohlfühlen.“ Sie könne aber auch die andere Seite verstehen, die sich um Müll und kaputte Spielgeräte sorgt. Nun will sie alle Wohnungsbaugesellschaften im Umkreis an einen Tisch holen, um die anderen Akteure zu entlasten. Bis zu den Sommerferien sollen die Kinder ihren neuen Spielplatz bekommen.

Denn: „Bei bereits bestehenden Gebäuden mit mehr als fünf Wohnungen kann seit der Gesetzesänderung 2012 die Herstellung eines Spielplatzes für Kinder im Alter bis zu sechs Jahren verlangt werden“, betont Stadtsprecherin Myriam Meißner. Nun soll die Ermessensvorschrift im Stadtgebiet das erste Mal angewendet werden.

Dass die Menschen in Vorwerk anpacken können, haben sie beim Frühjahrsputz am Samstag bewiesen. „Ehrlich gesagt, haben die Ehrenamtlichen bei den Flüchtlingsfamilien weniger wilden Müll gefunden als bei den deutschen Familien“, betont Fiss.

Von Dagny Rößler