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Celle Stadt Welfen-Frauen locken 100 Geschichtslehrer ins Celler Schloss
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Welfen-Frauen locken 100 Geschichtslehrer ins Celler Schloss
16:26 19.02.2010
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Vorsitzende des Niedersächsischen Geschichtslehrerverbandes, Martin Stupperich, im Rahmen einer kleinen Fachtagung beeindruckt gezeigt von dem didaktischen Ausstellungskonzept des Residenzmuseums. Als vorbildlich für die Nutzung im Unterricht bezeichnete er die Dauerausstellung zur niedersächsischen Landesgeschichte. Dies war Anlass, die Sonderschau zu den Welfenfrauen in den Mittelpunkt der diesjährigen Frühjahrstagung des Verbandes zu stellen.

Am Beispiel dieser Ausstellung werden sich die Geschichtslehrer mit dem Thema Schule und Museum beschäftigen. Dies ist auch Inhalt zweier Workshops. Darüber hinaus diskutieren die Pädagogen über die Arbeitsfassung des neuen Niedersächsischen Kerncurriculums für das Fach Geschichte in der Oberstufe.

Die Tagung findet im Großen Festsaal des Schlosses zwischen 9 und 16 Uhr statt. Anmeldungen sind noch möglich bei Martin Stupperich, Weidengrund 3, 30657 Hannover, Tel. (0511) 650562, Fax (0511) 9055004 oder stupperich.vgd@web.de

Nicht nur Pädagogen befassen sich mit dem Thema Heimatkunde und Landesgeschichte. Auch die Celler Landfrauen wollen sich einbringen. Dort gibt es Pläne für die Ausbildung sogenannter Erlebnisführerinnen, die Grundschülern Heimat- und Naturkunde näherbringen sollen. „Die Kinder wissen nicht mehr über ihre unmittelbare Umgebung Bescheid – weder welche Vögel es gibt noch welche Bäche fließen“, erläuterte Annemarie Strüber, stellvertretende Kreisvorsitzende der Landfrauen. Jungen und Mädchen sollten ein wieder ein Gespür für die Natur bekommen. In das Lehrkonzept soll auch die Heimatgeschichte eingebunden werden. „Überall gibt es Geschichtliches zu entdecken“, sagte Strüber. „Wenn man das interessant gestaltet, muss das nicht langweilig sein.“ Die Idee zu heimatkundlichen Führungen sei bei einer Klausurtagung des Landesvorstandes Anfang Februar entstanden.

Wie das Lehrkonzept der Landfrauen in den Unterricht eingebunden wird, ist noch offen. „Wir müssen mit den Schulen und Schulträgern in Verbindung treten“, kündigte Strüber an. Auch Sponsoren würden noch gesucht. Neben der Vermittlung des Stoffes an Grundschulen denkt die Kreisvorsitzende auch an erlebnisreiche Führungen im Freien im Rahmen von Kindergeburtstagen.

Lehrprojekte sind für die Celler Landfrauen nichts Neues. Im vergangenen Jahr arbeiteten sie mit den Grundschulen in Hohne und Wietzenbruch zusammen, um in Kooperation mit Bauernhöfen den Schülern den Weg der Milch von der Erzeugung bis zur Ladentheke näherzubringen. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass dieses Konzept gut ist“, sagte Strüber. Für dieses Jahr wollen die Landfrauen EU-Fördermittel beantragen und aus dem Probelauf ein festes Angebot machen.