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Celle Stadt Welt-Aids-Tag in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Welt-Aids-Tag in Celle
12:10 01.12.2016
Quelle: Arne Dedert
Celle Stadt

Um auf die Diskriminierung von Aids-Patienten aufmerksam zu machen, ist ein Motto des heutigen Welt-Aids-Tages „Mit HIV kann man heute leben. Mit Diskriminierung nicht.“ Und auch in Celle möchte man auf das Thema hinweisen. Dazu wollen Schüler der Oberschule Lachendorf ab 16 Uhr vor der Touristeninformation im Alten Rathaus Spenden für die Aidshilfe-Arbeit in Celle sammeln. Und die Hilfe wird dringend benötigt, denn Aids hat in der öffentlichen Wahrnehmung an Bedeutung verloren, wie Mennecke mitteilt. „Wie oft höre ich ‚Ach, das gibt es noch? Davon habe ich schon lange nichts gehört.‘ Es hat sich in der medizinischen Versorgung HIV-Infizierter in den letzten Jahren viel verändert. Die Öffentlichkeit nimmt solche Veränderung gerne zum Anlass, sich anderen Themen zuzuwenden. Dennoch ist HIV weder heilbar, noch gibt es eine Impfung. Außerdem ist das Thema der Ausgrenzung und Diskriminierung HIV-Betroffener leider unverändert dramatisch.“

Auch die Zahl der HIV-Infizierten und der Neuinfizierten spricht für sich, denn sie sind im vergangenen Jahr in Deutschland nicht zurückgegangen. Nach den am Montag vom Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin veröffentlichten Zahlen lebten Ende 2015 rund 84.700 Menschen in Deutschland mit dem Virus. Etwa 3200 Menschen von ihnen haben sich 2015 neu infiziert. Die Zahl habe sich damit gegenüber den Vorjahren nicht verändert, erklärte Instituts-Präsident Lothar Wieler.

Dabei sind statistisch gesehen Männer, die sexuell mit Männern verkehren, am häufigsten von HIV betroffen, so Mennecke. „Die früher sehr hohen Infektionszahlen im Drogenbereich haben sich verringert. Migranten aus dem südlichen Afrika und Osteuropa haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, bereits eine HIV-Infektion aus ihrem Heimatland mitzubringen oder sich hier bei Kontakten zu ihren Landsleuten zu infizieren.“

Ganz wichtig sei es aber, dass HIV auch in jeder anderen Bevölkerungsgruppe vorkommt, betont Mennecke. „Jeder sexuell aktive Mensch hat also auch bei uns in Deutschland ein HIV-Ansteckungsrisiko. Das Wissen um Übertragungswege und Schutzmöglichkeiten ist also für jeden Menschen wichtig.“

Deshalb gebe es eine Vielzahl von Informationen und entsprechendem Material zu dem Thema. Diese werden im Gesundheitsamt ausgelegt und bei verschiedenen Veranstaltungen verteilt, wie der Sprecher des Landkreises, Christian Sonnenschmidt. „Außerdem wird fachliche Unterstützung bei Vorträgen und Referaten geleistet und es besteht die Möglichkeit, sogenannte Verhütungskoffer für die Präventionsarbeit im Gesundheitsamt auszuleihen.“

Die Beratungsstelle Infoline-Celle arbeite ebenfalls präventiv, so Mennecke. „Wir arbeiten dafür, einerseits Informationen zu verteilen und andererseits an der Motivation der Menschen, sich überhaupt mit dem Thema HIV/Aids auseinanderzusetzen.“ Dazu organisiere die Infoline den Jugendgesundheitstag, den Selbsthilfetag und den Welt-Aids-Tag in Celle. „Wir gehen auf Anfrage auch gerne in Schulklassen und bieten Beratung, Informationsbroschüren und so weiter Interessierten an.“

Damit die Infoline auch weiterhin in der Aidsprävention tätig sein kann, ist sie auf Spenden angewiesen. Auf das Spendenkonto bei der Volksbank Celle kann man der Infoline Celle/Aidshilfe Niedersachsen Geld zukommen lassen. Die IBAN für das Konto ist DE24 2519 0001 0727 0194 00.