Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Wenn Kunst und Standort polarisieren
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wenn Kunst und Standort polarisieren
15:57 26.11.2018
„Light Box“ in der Stadtkirche St. Marien. Quelle: Thomas Langreder
Celle

Kunst in sakralen Räumen – das ist, seit es sakrale Räume gibt, keine Frage, lässt allenfalls die Erweiterung zu, ob und inwieweit der gesamte Raum als Kunstwerk zählt und gesehen wird. Wenn also Kunst etwa in Gotteshäusern in Frage gestellt wird, dann geht es um zwei Aspekte: Ist das überhaupt Kunst und ist sie „passend“? Einen solchen Diskurs hat die jüngste Ausstellung „Light Box“ des Kunstmuseums Celle in Kooperation mit dem Kirchenkreis Celle mit Exponaten in der Stadtkirche entfacht. Etwas Licht ins Dunkle will Kunsthistoriker Ulrich Krempel dazu am morgigen Mittwoch bringen, mit seinem Vortrag „Innenlicht/Außenlicht. Lichtkunst im Sakralraum“.

Kontroverse Reaktionen

Seit Ende September ist die Stadtkirche St. Marien Präsentationsort einer ganz bewusst vom Kirchenkreis mitgetragenen modernen Ausstellung. Und das nicht ohne sehr kontroverse Reaktionen – wie schon ein Blick in das ausgelegte Kirchenbuch zeigt. Menschen äußern sich von begeistert, irritiert bis entrüstet. Kunst und Standort polarisieren und sorgen für Diskussionen – und das ist durchaus im Sinne von Veranstaltern und Künstlern. Superintendentin Andrea Burgk-Lempart: „Die Reflexion, die Auseinandersetzung mit der Gegenwart und dem, was Menschen hier heute beschäftigt, ist unsere Aufgabe als Kirche – dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst und dem, was sie aussagt. Es ist nicht die Frage, ob etwas provoziert, sondern warum und wohin das führt. Kunst muss nicht schön sein, man darf etwas auch „hässlich“ oder „unpassend“ finden, aber dann kann man sich auch darüber Gedanken machen, was hässlich und unpassend in der gegenwärtigen Welt ist. Dieser grünleuchtende Fremdkörper wirft auch ein Licht auf Schräglagen, falsche Perspektiven und stellt manifestierte, vielleicht zu erstarrte Ordnungen in Frage. In jeden Fall bringt es Menschen ins Gespräch und unterstreicht Kirche als lebendigen Diskursraum – das finde ich gut.“

Schwebende Skulptur in sakralem Raum

Der Installationskünstler Paul Schwer hat speziell für diesen Ort eine von innen grün beleuchtete, schwebende Skulptur entwickelt – in bewusster Korrespondenz zur Architektur. Das sollte dazu führen, den Ort und die Umgebung im neuen Licht zu sehen, neu zu entdecken. Auch die Lightboxes von Peter Bassler können einen neuen Blickwinkel eröffnen: Hinterleuchtete Fotografien von „Freiraum-Reservaten“ – Design-befreite Orte, an denen das Wirken der Zeit und Natur den Bau verändert.

Licht und Farbe

Kunst entsteht expressiv, mit Aussage, und geht stets eine Verbindung ein mit dem Ort, an dem sie präsentiert wird. Das gilt für historischen Malereien zur Huldigung ebenso wie für modernere Kunstwerke, etwa die Kirchenfenster von Gerhard Richter im Kölner Dom oder Imi Knoebel in der Kathedrale von Reims. Licht und Farbe sind wesentliche Elemente, um Stimmung zu erzeugen, Perspektiven zu schaffen und einen Fokus zu setzten. All das nutzt die Kunst der Leuchtkästen intensiv auch für sich.

Zwei prägnante Orte in Dialog und Verbindung gebracht

Mona Hesse, Kuratorin der „Light Box“-Ausstellung: „In gewissem Sinne könnte man sowohl das Museum als auch die Kirche als eine Art 'Leuchtkasten' betrachten. Die Ausstellung bringt zwei prägnante Orte in Dialog und Verbindung. Beides sind Orte mit besonderer Ausstrahlung und sozialer Leuchtkraft. Es sind Orte, wo aus unterschiedlichen Perspektiven existenzielle Fragen gestellt werden. Orte, die Themen, Dinge und Personen in besonderer Weise mit Bedeutung aufladen und mit einer spezifischen Aura umgeben. Das macht sie als Präsentationsorte besonders reizvoll: Der religiöse und der museale Rahmen geben jeweils ganz eigene, interessante Impulse für die Wahrnehmung der Objekte.“

Von Doris Hennies

Einen kabarettistischen Kahlschlag vollzog Martin Guth bei seinem Auftritt in Kunst & Bühne. Er erwies sich als Meister des feinen Wortwitzes.

26.11.2018

Bei Celler Schlosstheater freut man sich über eine neue Tribüne, die flexibel eingesetzt werden kann.

26.11.2018

320.000 Coffee-to-go-Becher werden in Deutschland pro Stunde weggeworfen. Zwei Celler Unternehmer schließen sich daher jetzt dem Recup-System an.

26.11.2018