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Celle Stadt Wenn die Klimaampel auf Rot springt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wenn die Klimaampel auf Rot springt
21:16 27.09.2018
Von Gunther Meinrenken
Kleinod mit tiefgreifender religiöser, politischer und kunsthistorischer Bedeutung: die Celler Schlosskapelle. Quelle: Anne Friesenborg
Celle

Auch ein Gottesdienst kann dazu beitragen, wissenschaftliche Erkenntnisse zu liefern. Als im vergangenen Jahr Landesbischof Ralf Meister in der Celler Schlosskapelle den Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum feierte, ging die Raumklimaampel relativ schnell auf Rot. "Die Luftfeuchtigkeit war auf über 65 Prozent angestiegen, dabei saßen nur 20 Personen in der Schlosskapelle direkt und weitere 25 in dem mit einer Glaswand abgesperrten Besucherraum", berichtet Dr. Erwin Stadlbauer vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege. Zwei Wochen habe es gedauert, bis sich die Luftfeuchtigkeit wieder auf ein erträgliches Maß eingependelt hatte.

Auch wenn das vergangene Jahr insgesamt sehr feucht gewesen war, zeigt dieses Beispiel eindrücklich, wie schwer es sein wird, die Celler Schlosskapelle, wenn auch nur in einem begrenzten Rahmen, wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Gestern fand zu dem Thema eine Informationsveranstaltung im Rittersaal des Celler Schlosses statt. Stadlbauer trug dabei die neuesten Projektergebnisse einer 2013 gegründeten Arbeitsgruppe vor, in der sich nicht nur die Stadt, die Denkmalpflege und die Landeskirche für die Schlosskapelle engagieren, sondern bei der auch zahlreiche Forschungsinstitute mit im Boot sind. "Mitte 2019 werden wir Ergebnisse mit und ohne Nutzung präsentieren. Die Schlosskapelle wird erhalten bleiben, den Umfang der Nutzung können wir durch das Modell definieren", gab sich Stadlbauer zuversichtlich.

Mit dem "Modell" meint Stadlbauer eine Computersimulation, die auf einer 3D-Erfassung der Schlosskapelle beruht. Dabei ist der gesamte Raumkörper in 8,9 Millionen Zellen zerlegt worden. Unter Einarbeitung von Klimamessungen, Temperatur und Strömungsverhältnissen der Luft haben die Experten ein bauphysikalisches Rechenmodell erarbeitet.

Zwischenstand: „Besonders problematisch ist es hinter dem Altar, da gibt es keine Luftzirkulation", so Stadlbauer. Feuchte Klimasituationen gebe es ferner unter den Kirchenbänken. Dies seien genau die beiden Bereiche, die von Schimmelbildung betroffen seien. Außerdem hätten die Messungen ergeben, dass sich die Gemälde am wohlsten bei einer Luftfeuchtigkeit von über 60 Prozent fühlen würden. "Doch das ist sehr nah an dem Wert, ab dem sich Schimmel bildet", berichtet Stadlbauer. Hier befinde man sich also in einem "Zielkonflikt".

Aktuell berechnen die Forscher am Computer, welche Auswirkungen bestimmte technische Maßnahmen wie die Zufuhr von Luft, Luftentfeuchter oder auch Luftzirkulation auf das Raumklima in der Schlosskapelle hätten. Die geplanten Gruppenführungen von Oktober bis Dezember seien dabei wichtige Termine, um Daten zu erfassen. Stadlbauer ist sicher, mit entsprechenden Vorrichtungen eine Nutzung der Schlosskapelle zu ermöglichen, wenn auch nur in begrenztem Umfang. Und noch eines stellte der Referatsleiter der Landesdenkmalpflege klar: "Nicht die bauliche Sicherung der Schlosskapelle in den 70er-Jahren war das Problem, sondern die Übernutzung in den 80er- und 90er-Jahren mit 50.000 bis 75.000 Besuchern pro Jahr."

Ausstellung wiedereröffnet: Im Anschluss an die Informationsveranstaltung wurde die Ausstellung "Zwischen Macht und Frömmigkeit – die Celler Schlosskapelle", die im vergangenen Jahr zum Reformationsjubiläum in der Gotischen Halle auf sehr viel Zuspruch gestoßen war, in einer aktualisierten Fassung wiedereröffnet. Sie befindet sich jetzt direkt über der Schlosskapelle. Aufgrund des Platzes musste sie etwas verkleinert werden, gleichzeitig wurde sie ergänzt um Informationen zum aktuellen Forschungsprojekt zur Schlosskapelle.

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