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Celle Stadt Werbeaktion in Celle gegen Zigarettenstummel stößt auf kein Interesse
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Werbeaktion in Celle gegen Zigarettenstummel stößt auf kein Interesse
18:02 03.03.2015
Zigarettenkippen und Kaugummis machen der Stadtreinigung in der Innenstadt besonders zu schaffen.  Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Marlies Schröder ist genervt, wenn sie durch die Celler Innenstadt streift. „Wo ich auch hinschaue, die Kippen liegen überall.“ Besonders schlimm sei es vor berufsbildenden Schulen, vor Bekleidungsgeschäften und an Bushaltestellen. Der Anblick wurmt sie und deswegen schlägt sie einige Lösungen vor. Zum Beispiel in Braunschweig gab es eine große Werbekampagne gegen Müll: mehr Papierkörbe, Plakate und Broschüren. Andernorts werden kostenlos Taschen-Aschenbecher verteilt. „Wir werden alle angehalten, Müll zu trennen. Warum kümmert das die Raucher nicht?“, fragt die ehemalige Stadtführerin. Besonders bedenklich sei, dass das viele Nikotin ins Grundwasser gelange. Schon ein Zigarettenstummel pro Liter Wasser macht Fischen den Garaus, bestätigen Wissenschaftler.

Im Rathaus reagiert Pressesprecher Wolfgang Fischer verhalten und verweist auf knappe Kassen: „Derzeit sind keine Aktionen angedacht.“ Die Innenstadt wird werktäglich in den Morgenstunden gereinigt. Es habe keine weiteren Beschwerden von Bürgern oder private Initiativen gegeben. „Mögliche Raucher durch das Verteilen von Handaschenbechern aus Steuermitteln noch zu unterstützen, ist sicherlich nicht ganz unkritisch“, bemerkt Fischer.

Auch den Schlosskreis könne sich Schröder für eine Werbeaktion vorstellen. Doch dort hegt Stefan Lohse Bedenken hinsichtlich Aufwand und Nutzen: „Ich glaube nicht, dass die Raucher dafür empfänglich sind.“ Es sei die Eigeninitiative der Händler gefragt. „Jeder muss vor seiner eigenen Tür kehren“. Auch das Aufstellen von zusätzlichen Müllkörben könne eine Möglichkeit sein. Dann dürfen sich engagierte Ladenbesitzer auch auf den Besuch von Marlies Schröder freuen. Einigen habe sie schon ihre Anerkennung dafür ausgesprochen.

Von Dagny Rößler