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Celle Stadt Westumgehung vom Tisch?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Westumgehung vom Tisch?
16:32 19.04.2013
Von Michael Ende
Blick von Süden auf den demnächst fertigen zweiten Teil der Celler Ortsumgehung. Er führt im Osten an der Stadt vorbei - und im Osten solle es nach dem Willen des Landes auch weitergehen. Quelle: Wolfgang Genannt
Celle Stadt

„Eine Westumgehung von Celle ist nicht weiter zu verfolgen, da die Linienbestimmung des Bundes für die niedersächsische Bundesauftragsverwaltung verbindlich ist“ - klarer hätte die Antwort des niedersächsischen Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) auf die Anfrage des Celler CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Adasch (CDU) kaum ausfallen können.

Adasch hatte gefragt, ob die rot-grüne Landesregierung trotz des klaren Bekenntnisses der Landtags-Grünen zu einer Celler Westumgehung an einer Umgehung im Osten festhalten wolle. Lies antworte jetzt, dass das Land die Ostvariante mit dem beklagten Mittelabschnitt mit der Altenceller Allerquerung nicht in Frage stellen wolle: „Aufgrund des fortgeschrittenen Planungsstandes sind der mittlere Abschnitt und der nördliche Abschnitt der Ortsumgehung Celle sowie die Ortsumgehung Groß Hehlen hinsichtlich der Anmeldung für den neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) nicht weiter zu überprüfen. Sie sind Bestandteil der Liste der Projekte, die vom Land dem Bund für den BVWP gemeldet werden sollen.“

„Mein Bundestagskollege Henning Otte, mein FDP-Landtagskollege Jörg Bode und ich selbst sind sehr erleichtert, dass die SPD zu dem über viele Jahre bestehenden überparteilichen Konsens steht und sich in dieser Frage vom kleinen Koalitionspartner deutlich absetzt“, so Adasch. Alles Andere würde Celle - auch im Zusammenhang mit der gerichtlichen Überprüfung des dritten Bauabschnitts - massiv schaden: „Möglichen Bestrebungen der Grünen, über den vierten und fünften Bauabschnitt sozusagen durch die Hintertür erneut die Westvariante einzufädeln, werden wir uns - sofern erforderlich - mit aller Vehemenz widersetzen.“

Diese Hintertür könnte man im Ortsrat Altenhagen-Bostel-Lachtehausen im Auge gehabt haben. Der Ortsrat hat gegen die Stimmen der CDU für einen Antrag votiert, den Wolfgang Maurer (SPD) und Annegret Pfützner (Grüne) formuliert hatten. Beide Politiker sind erklärte Ostumgehungs-Gegner.Sie wollen den Bau des Mittelteils vor Gericht verhindern. Der Ortsrat habe im Vorfeld der Freigabe des zweiten Umgehungsabschnitts und dem zu erwartenden verstärkten Verkehrsaufkommen am Knotenpunkt mit der B 214 „beschlossen“, dass die Planung für den fünften Bauabschnitt der Ortsumgehung beschleunigt werden solle, so Maurer. Ebenfalls wird gefordert, überregionalen Verkehr in Westercelle von der B3 abzuleiten und über den Wilhelm-Heinichen-Ring zu führen. Genau so sieht in groben Zügen das von Experten als nicht funktionsfähig eingestufte Modell einer Westumgehung aus.

Auch der Ortsrat Westercelle hat gefordert, der Fernverkehr auf den Wilhelm-Heinichen Ring zu leiten. Ortsbürgermeister Reinhold Wilhelms (SPD): „Der Ortsrat Westercelle unterstützt allerdings auch die Bemühungen der Stadt Celle, die B3 von Hannover bis Soltau sowie B214 von Braunschweig nach Schwarmstedt für Maut-Flüchtlinge zu sperren.“ Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg lehnt die Sperrung ab. „Verbote für Fern-Lkw auszusprechen noch bevor eine Strecke überhaupt fertig gebaut ist – das ist ein falsches Signal für den Wirtschaftsstandort Celle“, so Michael Wilkens, Leiter der Celler IHK-Geschäftsstelle.

Michael Ende