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Celle Stadt Wetterausblick für Celle: Mai kommt aprilmäßig daher
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wetterausblick für Celle: Mai kommt aprilmäßig daher
16:44 05.05.2014
Der April brachte in - der ersten Monatshälfte sommerliche Temperaturen, in der Monatshälfte zeigte er sich launisch. Quelle: Anne Friesenborg
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Freundliche Abschnitte haben keinen Bestand. Auf ihrer Vorderseite führen die Tiefs mit lebhaften, zeitweise auch stürmischen südwestlichen Winden, milde Atlantikluft heran. Während die Höchstwerte von 16 bis 18 Grad der Jahreszeit entsprechen, bleiben die Nächte mit 7 bis 9 Grad ungewöhnlich mild. Erst zur Monatsmitte deutet sich eine Änderung der unbeständigen Wetterlage hin zu mehr Sonne und Wärme an.

Neben seiner Blütenpracht und seinem normalerweise sehr sonnigen Wetter wird der „Mozart des Kalenders“, wie Erich Kästner den Mai nannte, von den Kälterückfällen der Eisheiligen geprägt. Sie stehen in Verbindung mit Nordlagen, die im Mai am häufigsten sind und Polarluft nach Mitteleuropa lenken. Bei wenig Wind und klarem Himmel besteht dann erhebliche Nachtfrostgefahr, die aber im Monatsverlauf deutlich abnimmt. „Mamertus“, „Pankratius“, „Servatius“ gelten als die Norddeutschen Eisheiligen, die ihre Namenstage vom 11. bis 13. Mai haben. Nachzügler ist die „Kalte Sophie“ am 15. Mai.

Gerne klopfen die gestrengen Herren - wie am vergangenen Wochenende – auch mal früher an. Mit leichten Luft- und sogar mäßigen Bodenfrösten können sie der empfindlichen Vegetation dann großen Schaden zufügen. Weniger bekannt sind die „Kleinen Eisheiligen“ (Urban und Philipp, 25. und 26. Mai). Erst wenn diese, eher harmlosen Gesellen, vorbei sind, ist Frost kein Thema mehr.

„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus“, hätte man diesmal eigentlich schon einen Monat früher singen können. Denn wie im März heizte eine viel zu warme Witterung der Vegetation auch im April tüchtig ein. Gut zwei Wochen Vorsprung hat die Pflanzenwelt derzeit, gegenüber 2013 sogar fünf Wochen. Bereits die ersten Apriltage brachten der Südheide über 20 Grad. Nach einem Durchhänger im zweiten Monatsdrittel mit zeitweise typischem Aprilwetter und vereinzelt leichten Luft- und häufigeren Bodenfrösten bis minus 5 Grad, stellte sich am Südrand eines stabilen Skandinavienhochs ab Ostern eine feuchtwarme östliche Strömung ein, die sich mit Höchstwerten von 20 bis 23 Grad und örtlich kräftigen Schauern und Gewittern schon frühsommerlich anfühlte.

Wegen des überwiegend schauerartigen Charakters fielen die Regensummen von Ort zu Ort sehr unterschiedlich aus. Tendenzielle wurde das Flächenmittel im Nordkreis leicht über-, im Südkreis leicht unterschritten, während die Sonne generell etwas zu wenig dabei war.

Im Vergleich zum Klimamittel 1991 bis 2010 endete der April in der Südheide um 2,8 bis 3,0 Grad zu warm, gemessen an der offiziellen Normalperiode 1961 bis 1990 sogar um satte 3,9 bis 4,1 Grad. Damit landete unsere Region auf dem vierten, regional (Faßberg) sogar auf dem dritten Platz der ewigen Bestenliste. Bemerkenswert: Die vier wärmsten Aprilmonate fielen allesamt in die letzten acht Jahren (Celle 2009: 12,7 Grad, 2011: 12,4 Grad, 2007: 12,1 Grad, 2014 11,8 Grad; Faßberg 2009: 11,9 Grad, 2011: 11,4 Grad, 2007/2014: 10,9 Grad).

Von Reinhard Zakrzewski