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Celle Stadt Wider die Kälte: Arbeit hält in Bewegung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wider die Kälte: Arbeit hält in Bewegung
17:31 02.02.2012
Winterwetter in Celle - Heiko Planeberg, Manuell Bernhardt, Alexander Knaub Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

Strahlender Sonnenschein und wolkenloser Himmel auf der anderen Seite des Fensters, davor gibt die Heizung wohlige Wärme ab – wer nicht vor die Tür muss, mag die Eiseskälte in der Welt da draußen fast vergessen. Doch nicht jeder sitzt in diesen Tagen im angenehm temperierten Büro, viele Menschen arbeiten Jahr und Tag draußen.

Die Müllmänner zum Beispiel, sie müssen bei jedem Wetter ran, um unsere Haushalte vom Abfall zu befreien. Cellex-Pressesprecherin Dagmar Schmiedner erinnert sich an den vergangenen Winter – zeitweise ließen Schnee und Glätte keine Müllabfuhr mehr zu. In diesem Winter war bislang alles in Ordnung, aber: „Gewisse Straßen können bei Glätte und Schnee einfach rausfallen.“ Ein weiteres Problem: Nicht immer werden die Tonnen tatsächlich leer. Gerade der Inhalt von Biotonnen friert bei Minusgraden oft ein, die Müllwerker kriegen ihn dann nicht mehr heraus. Dennoch sei es Sache der Kunden, dass der Müll aus der Tonne herauskommt. Schmiedner rät, den Inhalt morgens mit einem Spaten zu lockern. „Bleibt mehr als die Hälfte des Mülls in der Tonne zurück, kleben wir einen Ersatzsack in den Deckel.“

„Durch die Zwiebelschichten“, halten sich die Zimmermänner Heiko Planenberg, Alexander Knaub und Manuell Bernhardt warm. Sie und ihre Kollegen von der Altenceller Zimmerei Niebuhr Holzbau begegnen dem Frost mit Thermounterwäsche. Chef Werner Niebuhr hat die Arbeitszeit deutlich zusammengekürzt: „Von 10 bis 15 Uhr arbeiten wir derzeit draußen“, normal wäre 7 bis 16.30 Uhr. Aufwärmen können sich die Arbeiter im Frühstücksraum. „Solange es trocken ist, kann man arbeiten“, sagt Niebuhr. In Gronau arbeitet seine Firma derzeit an einer Biogasanlage: „Das ist extrem kalt, die stehen im eisigen Wind auf dem Acker.“

Andere Arbeiter trifft man beim Eispicken am Wehr. Axel Nuretinoff hat gelernt: „Solchen Temperaturen kann man nur mit heißen Getränken und warmen Pullis begegnen.“ Die extreme Kälte wird auch, wie am Wehr, an der bis zu 30 Zentimeter dicken Eisschicht deutlich, oder an den sieben bis acht Zentimetern Eis am Hafen, die Nuretinoff und sein Kollege Lars Pokall dieser Tage vorfinden.

Auch der Zeitungsausträger Karsten Gottwald arbeitet bei Minusgraden. „Mit viel Bewegung und warmer Kleidung kann man auch bei solchem Wetter arbeiten. Die Kälte stört mich also eher weniger, schließlich muss ich die Arbeit ja so oder so machen!“

Am Stromnetz wird nur noch in Notfällen gearbeitet - Vieles ist bei zweistelligen Minusgraden gar nicht mehr möglich. „Die Erde ist gefroren“, gibt Pressesprecher Andreas Gerow zu bedenken, „aber zu tun gibt es immer etwas.“ Seine Kollegen sind also nicht untätig, sie prüfen Hausanschlüsse oder bilden sich weiter.

Die Celler Polizisten haben derzeit keine Projekte, die sie zwingen, sich dauerhaft draußen aufzuhalten. Sprecherin Maja Schenk berichtet, dass vor allem lange Unterhosen und Rollkragenpullover die Beamten warm halten, wenn sie einmal längere Wege zurücklegen müssen. Und: „Meist ist ein Auto zum Aufwärmen in der Nähe.“

Der bitteren Kälte trotzt auch Bezirksschornsteinfeger Siegfried Wolski – vor allem mit der richtigen Einstellung. Bei jedem Wetter steht er auf den Dächern, vor allem in Landkreis, wo die Wärme noch häufig aus Holzöfen kommt. „Warm anziehen reicht“, sagt er, gefragt nach seinen Tipps gegen die Kälte, und: „Die Arbeit hält auf Trab.“

Von Isabell Prophet