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Celle Stadt Wietze, Faßberg, Eschede: Außenstellen der Oberschulen droht das Aus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wietze, Faßberg, Eschede: Außenstellen der Oberschulen droht das Aus
17:41 16.01.2014
Von Simon Ziegler
In Eschede gab es früher eine Haupt- und Realschule. Das weiterführende Schulangebot besteht heute aus der Außenstelle der Oberschule Lachendorf. In einigen Jahren könnte es auch damit vorbei sein. Quelle: Joachim Gries
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Sie waren die Verlierer der Schulreform, die vor eineinhalb Jahren im Kreis Celle umgesetzt wurde. Während etwa Kommunen wie Bergen und Wathlingen große Oberschulen mit gymnasialem Zweig zugesprochen wurden, gingen andere Gemeinden wie Hambühren leer aus. Wietze, Faßberg und Eschede erhielten eine Art Trostpflaster: In den Gemeinden wurden Außenstellen der Oberschulen von Winsen, Hermannsburg und Lachendorf geschaffen. Dort werden Fünft- und Sechstklässler unterrichtet.

Allerdings ist das Angebot befristet. Denn dass es für eine Schule nicht optimal ist, wenn in zwei Häusern in zwei Gemeinden der Alltag organisiert werden muss, liegt auf der Hand. Entscheidend sind gleichwohl die Anmeldezahlen. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass eine Außenstelle zwingend zweizügig sein muss, erläutert Reinhard Toboll, Schulamtsleiter beim Landkreis Celle.

Bereits heute wird diese Zweizügigkeit in Faßberg in der fünften Klasse nicht mehr erreicht, die 21 Schüler besuchen. In der 6. Klasse sind es 32 Schüler, dort sind es noch zwei Klassen. Eschede erreicht mit 34 (5. Klasse) und 41 Schüler (6. Klasse) derzeit die Zweizügigkeit, auch Wietze macht das mit 36 (5. Klasse) und 33 (6. Klasse) im Moment keine Sorgen.

Nur, wie sieht es in einigen Jahren aus? Das Schulamt des Landkreises Celle schaut auf die Geburtsjahrgänge 2009 bis 2013, sagt Toboll. In Faßberg wurden in dieser Zeit pro Jahrgang zwischen 33 und 49 Kinder geboren, in Eschede zwischen 43 und 55. Berücksichtigt man, dass 40 Prozent der Kinder erfahrungsgemäß aufs Gymnasium gehen, wird schnell klar, dass die Zahlen kaum ausreichen, um die Anforderungen an die Zweizügigkeit zu erfüllen.

Etwas besser sind die Zahlen in Wietze, wo in diesen Jahren zwischen 71 und 42 Kinder geboren wurden. Nur: Auch mit 42 Kindern erreicht man kaum die geforderten zwei Klassen in einem Jahrgang, wenn 40 Prozent – also 17 Schüler – aufs Gymnasium gehen.

Dennoch glaubt der Leiter der Winser Oberschule, Bodo Theel, dass die Außenstelle in Wietze eine Zukunft hat. Er macht nämlich eine ganz andere Rechnung auf. Die Winser Oberschule, sagt er, sei vom Landkreis vier- bis fünfzügig geplant worden. Die Einrichtung selbst glaubt aber, dass sechs oder sieben Züge realistischer sind. Dieser Raumbedarf könne in Winsen gar nicht gedeckt werden. „Ich denke, Wietze ist als Standort notwendig“, sagt daher Theel. Allerdings sei heute völlig unklar, welche Schülerströme die neue Gesamtschule in Celle auslösen wird, gibt er zu bedenken.

Die Außenstellen sind für eine Dauer von fünf Jahren genehmigt worden, also bis 2017. Der Celler Kreistag wird aber schon 2015 überprüfen, wie es mit den Außenstellen weitergeht.