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Celle Stadt Wildwuchs mit Struktur
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wildwuchs mit Struktur
10:35 11.05.2015
    Offene Pforte im Celler Land, Garten Familie Heckel, Burgwedel / OT Wettmar Quelle: Hancke
Celle Stadt

„Bei uns darf alles so wachsen, wie es möchte“, beschreibt Sabine Heckel ihren Garten im Ortsteil Wettmar in Burgwedel. Alte Bäume – noch vom Vater Anfang der 1960er Jahre gepflanzt –, bilden auf dem 500 Quadratmeter großen Grundstück das Grundgerüst. Ein alter, schon ganz schiefer Apfelbaum neigt sich über den Sitzplatz auf der Terrasse. Daneben strecken Nordmanntanne und Fichte ihre mächtigen Kronen in die Höhe. Buche, Flieder und Felsenbirne runden das Bild ab.

Jüngeren Datums sind der Kuchenbaum und die russische Birke mit den kleinen, gezackten Blättern. „Wir haben diesen Baum beim Besuch des Berggartens in Hannover gesehen und uns gleich in ihn verliebt“, erzählt die gelernte Krankenschwester. Die Blätter des Kuchenbaumes, auch Katsurabaum (Cercidiphyllum) genannt, verströmen im Herbst, wenn sie fallen, einen intensiven Duft – nach Kuchen eben.

Unter den Blätterdächern und zwischen dem Wurzelwerk der großen Bäume haben es andere Pflanzen nicht leicht. Doch Sabine und ihr Mann Ulrich Heckel haben Lösungen gefunden, um ihrem Garten Spannung zu verleihen. Der Mediziner malt, wenn seine knappe Zeit es zulässt. Seine geometrischen Motive schmücken Hauswände und Pergolen. Eine knorrige Holzpyramide, von ihm gefertigt aus den Wurzeln eines Pflaumenbaumes, steht im Vorgarten. Seine Frau pflegt die Pflanzen, den Farnhain, den kleinen Kräutergarten und die Töpfe – und holt sich Inspirationen aus dem Gartenreich für ihre textilen Collagen. „Ich habe vor einiger Zeit damit angefangen, aus Stoffresten, Drähten, Knöpfen, Fundstücken der Natur wie Samenkapseln oder schönen Blättern Bilder zu fertigen“, erzählt die vierfache Mutter. Seitdem drei ihrer Kinder aus dem Hause sind, hat die 55-Jährige ein eigenes „Werkzimmer“ für ihre Kunst; denn als solche muss man die geschmackvollen Collagen bezeichnen. Sabine Heckel hat sie bereits auf Ausstellungen präsentiert – und bei schönem Wetter werden sie am 16. Mai im Garten stehen.

Das Grundstück in der Gartenstraße gehörte früher den Großeltern. 1994 entschieden sich die Heckels, nach Wettmar zu ziehen. So wurde das Grundstück aufgeteilt. Nebenan wohnt Sabine Heckels Schwester, eine gelernte Gärtnerin. Ein Blick über den Gartenzaun lohnt sich.

„Bei der Umsetzung unseres Gartens sind wir jedoch eigene Wege gegangen“, sagt Sabine Heckel. Statt eines Teichs wurden Wassergefäße aufgestellt, die Westseite des Hauses wird fast von einer Kletterhortensie umrankt. Das Karree des alten Wäscheplatzes ist heute noch erhalten, wird aber nun durch eine Bank, Blumentöpfe und der einen oder anderen Dekoration aufgewertet.

Die Heckels nehmen zum ersten Mal an der Offenen Gartenpforte im Raum Hannover teil und sind schon sehr gespannt auf ihre Gäste. Martina Hancke

Von Martina Hancke