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Celle Stadt Wilhelm Bomann grüßt Celler Bahnhofsgäste
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wilhelm Bomann grüßt Celler Bahnhofsgäste
17:36 08.06.2017
Von Dagny Siebke
Celle Stadt

Die Flaggen der Celler Partnerstädte wehen auf dem Bahnhofsvorplatz. Züge und Busse fahren vorbei und ein Betrunkener wankt um die Ecke. Dort, wo seit Donnerstag die neue Gedenktafel an den Museumsgründer Wilhelm Bomann hängt, spielt sich das Leben ab. "Möge Bomann uns in guter Erinnerung bleiben", betonte Sigrid Maier-Knapp-Herbst, Vorsitzende des Museumsvereins Celle. Professor Wilhelm Bomann war ein deutscher Fabrikant, Volkskundler und Gründer des Bomann-Museums in Celle. Er wurde 1848 in Celle geboren. Ab 1909 wohnte er im Haus an der Bahnhofstraße 42, verbrachte dort seinen Lebensabend, bis er 1926 an gleicher Stelle starb.

Zum 125. Geburtstag Celles ältester Bürgerinitiative stiftete der Museumsverein die Gedenktafel. "Es ist ungewöhnlich, dass eine Gedenktafel mit einem Bild versehen ist", erklärt Maier-Knapp-Herbst. Doch so soll er den Celler noch besser im Bewusstsein bleiben. Zur Enthüllung kam auch Gabriele Kernberger. Ihr und ihrem Mann Christoph gehört das Haus, an dem die Tafel hängt. Es wurde 1896 als Wohnhaus gebaut und ab 1974 zum Praxishaus umgestaltet. Stolz gibt sie eine kleine Führung durch den prächtigen Gründerzeitbau, an dem sich zu Bomanns Zeiten noch Stallungen befanden, die erst 1979 abgerissen wurden. Mittlerweile werde überlegt, ob das Haus mit in die Architekturmeile aufgenommen werden soll.

Auch in der Orthopädiepraxis hängt ein zweites Exemplar der Gedenktafel über einer Tür. Im ersten Obergeschoss zeigt Kernberger einen hohen Kachelofen und eine alte Schiebetür, welche die Repräsentationsräume verschönerten. Doch, welche Etage Bomann mit seiner Ehefrau bewohnte, ist unklar. Um die Miete zu bezahlen, hatte Wilhelm Bomann in seinen letzten Lebensjahren nicht mehr viel Geld übrig. "Er hat sich für das Museum völlig verausgabt", betont Maier-Knapp-Herbst. Während des Ersten Weltkrieges musste die ganze Celler Bevölkerung unter Engpässen leiden.

Am morgigen Samstag findet um 16 Uhr im Rittersaal des Schlosses der Festakt zum 125. Geburtstag des Museumsvereins statt. Danach wird in der Ehrenhalle des Bomann-Museums die Ausstellung "Schön war die Zeit" eröffnet, in der die Geschichte der letzten 25 Jahre des Museumsvereins rekapituliert wird.