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Celle Stadt Winter stoppt sogar Celler „Eisbären“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Winter stoppt sogar Celler „Eisbären“
15:31 10.02.2010
Von Michael Ende
Celle Stadt

Hartgesotten sind die Schwimmer, die sich am Sonnabend am Celler Aller-Fackelschwimmen beteiligen wollten – doch Väterchen Frost macht jetzt sogar diesen „Eisbären“, die sich sonst in eiskalten Fluten aalen, einen dicken Strich durch die Rechnung: Die Schwimm-Gaudi fällt dem Eis zum Opfer.

200 Schwimmern aus ganz Deutschland müssten die Organisatoren der Celler DLRG nun kurzfristig absagen, so gestern DLRG-Pressesprecher Lars Moldenhauer. Grund seien keine Eisschollen im Wasser: „Das Eis auf dem Allerdamm zwingt uns, das Schwimmen abzusagen.“ Nach einem Ortstermin gestern morgen habe man sich dazu durchringen müssen, die planerische Notbremsung einzuleiten: „Die Sicherheit der Zuschauer hat unbedingten Vorrang. Die Eisfläche auf dem Allerdamm ist zu massiv, und wir haben nicht die Mittel und Möglichkeiten, diesen Eispanzer zu entfernen oder so abzustumpfen, dass dieser von Tausenden von Zuschauern genutzt werden kann. Die Verletzungsgefahr der Zuschauer ist einfach zu hoch.“

Als Ausweichtermin für diesen Fall der Fälle hatte die Celler DLRG den 6.März ins Auge gefasst, so Moldenhauer: „Dieser Termin steht planerisch aber ebenfalls nicht zur Verfügung, da wir zu diesem Zeitpunkt entweder mit der gleichen Wetterlage oder mit einem zu hohen Wasserstand durch Tauwasser rechnen.“

Mit seinem Anfängen im Jahr 1966 ist das Celler Fluss-Ereignis das älteste Winter-Stromschwimmen Deutschlands. Eine Absage habe es noch nie gegeben, sagt Moldenhauer: „Das traditionelle Stromschwimmen ist ein Event, das zum Aushängeschild der Stadt Celle geworden ist. Wir würden es gerne später im Jahr ausrichten, aber so wie es derzeit aussieht, klappt das nicht. Wir planen jetzt schon fürs nächste Jahr.“

Mende: „Eisschäden werden immens sein“

Verwaltung ahnt Böses: „Schlag ins Kontor“

CELLE. Eiskalte Schauer laufen Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende über den Rücken, wenn er an die finanziellen Folgen dieses Winters denkt. „Das wird ein richtiger Schlag ins Kontor“, so der OB.

Derzeit versuche die Verwaltung zu ergründen, auf welche Mehrkosten sich die Kämmerei einstellen müsse, sagt Mende. Dabei gebe es mehrere Unbekannte, die allesamt Böses ahnen ließen: „Da sind zunächst einmal die Personalkosten. Wir wissen zur Zeit nicht, wie viel Schnee und Überstunden unsere Winterdienst-Mitarbeiter seit Wochen beinahe rund um die Uhr geschoben haben – und ein Ende ist da ja überhaupt noch nicht in Sicht.“ Ebenso verhalte es sich bei den Mehrkosten für Streumittel.

Bereits jetzt sei deutlich absehbar, dass der Winter den städtischen Straßen und Wegen übelst mitspiele, so Mende: „Wir werden immense Frostschäden haben.“ Die 2000 Quadratmeter zerstörter Fußwege, die man bislang identifiziert habe, dürften nur die Spitze des Eisbergs sein: „Das ist leider nur ein Bruchteil dessen, was wir erwarten.“ Das ganze Ausmaß der Schäden werde sich erst offenbaren, wenn der überall präsente Eispanzer den Blick auf neu aufgebrochene Schlaglöcher freigebe. Mende: „Auf das Ergebnis der kompletten Schadensanalyse freut sich hier niemand.“