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Celle Stadt "Wir brauchen Menschen, die anders sind"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Wir brauchen Menschen, die anders sind"
14:43 25.04.2013
Dr. Blaise Pokos, Leiter der pädagogischen Abteilung der CD-Kaserne, brachte den jungen Zuhörern das Thema Diskriminierung näher. Quelle: Martina Hancke
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Die regelmäßigen Teilnehmer der Celler Kinderakademie kennen ihn alle: Sonst moderiert Dr. Blaise Pokos die Vorlesungen des Collegium Cellense für die Professoren. Am Dienstag stand der Leiter der pädagogischen Abteilung der CD-Kaserne selbst als Dozent auf der Bühne mit seinem Vortrag „Ich bin klein, dick und schwarz ... Darf ich mit euch spielen?“

In der Vorlesung ging es um Vorurteile gegenüber anderen Menschen. Mit witzigen Cartoons und Beispielen erklärte der Interkulturelle Diplom-Pädagoge so schwierige Begriffe wie Diskriminierung und Rassismus. Viele der anwesenden Kinder haben in ihren Klassen erlebt, wie Mitschüler geärgert oder gehänselt werden, weil sie zum Beispiel etwas nicht so gut können wie andere.

Laut Lexikon spricht man von Diskriminierung, wenn Personen oder Gruppen herabgesetzt, schlecht behandelt, benachteiligt, verachtet, beschimpft oder ausgeschlossen werden.

Rassisten trennen die Welt in Weiß, Schwarz und Gelb, erklärte Dr. Pokos. Sie kennen keine Mischung und halten die weiße Rasse für überlegen. „Doch die Welt ist bunt“, so der Pädagoge, der seine Wurzeln in Belgien und im Kongo hat, den jungen Zuhörern.

Anhand des Filmes „Kirikou“ zeigte er, dass wir Menschen brauchen, die anders sind, die besondere Fähigkeiten haben. In der Geschichte stellt sich der winzige Junge Kirikou einer bösen Zauberin. Er rettet die anderen Kinder des Dorfes, obwohl sie vorher nicht mit ihm spielen wollten, weil er zu klein ist. Doch sie erkennen, dass er mutig und schlau ist. Am Ende löst Kirikou unter Einsatz seines Lebens das Geheimnis der verhexten Quelle, weil er als Einziger klein genug ist, zum Ursprung der Quelle zu krabbeln. Alle akzeptieren ihn endlich so, wie er ist.

Rund 120 Kinder nahmen interessiert an der lebendig gestalteten Vorlesung teil und kamen am Ende zu der Erkenntnis, dass jeder Mensch anders ist als alle anderen.

Die nächste Vorlesung des Collegium Cellense richtet sich an Mädchen und findet am Sonntag, 28. April um 15 Uhr statt. Constance Richter geht der Frage nach „Ich sehe was, was du nicht siehst! Sehen wir Mädchen anders als Jungen?“

Von Martina Hancke