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Celle Stadt „Wir haben viel Trauerarbeit geleistet“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Wir haben viel Trauerarbeit geleistet“
15:29 21.11.2010
Von Gunther Meinrenken
4. Celler Ökumenetag in der Stadtkirche Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

CELLE. „Wir haben viel Trauerarbeit geleistet“, berichtete Pastor Markus Müller von der Evangelisch-lutherischen Christusgemeinde vor dem abschließenden ökumenischen Gottesdienst. In den Gesprächsgruppen hätten viele Teilnehmer von ihren eigenen Erfahrungen mit Trauer und Tod in der Familie berichtet. Eine Beobachtung, die Pastor Hartmut Stiegler von der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde bestätigt. „Es herrschte eine unheimliche Offenheit. Das war gelebte Ökumene.“ Und Pater Thomas Marx von der Katholischen Gemeinde St. Ludwig sprach von einer „bereichernden Diskussion.“

Die beteiligten Pastoren haben allerdings auch „Traditionsbrüche“ und das nicht nur bei den Bestattungsritualen beobachtet. Pastor Andreas Flick, Evangelisch-reformierte Gemeinde: „Pastoren werden auch zunehmend als Dienstleister gesehen. Alte Werte und Riten sind nicht mehr bekannt.“ Längst seien die Seelsorger nicht mehr die ersten, die im Todesfall informiert würden, oft werde man erst über den Bestatter eingeschaltet, beschrieb Flick einen weiteren Aspekt.

Peter Söllner, Pastor der Concordia-Gemeinde sieht darin allerdings auch eine Chance. „Wir beobachten die Tendenz zur Entleerung und Entchristlichung. Geburt und Tod sind Angelpunkte im Leben, bei denen man über den Glauben reden kann“, so Söllner. Auch Pastor Martin Prüwer von der Stadtkirchengemeinde stellte fest, dass die christlichen Botschaften nicht mehr so verstanden werden. „Wir sollten die Gelegenheit nutzen, die Leute stärker an das Theologische heranzuführen.“