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Celle Stadt "Wir müssen noch mehr üben"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Wir müssen noch mehr üben"
20:41 20.09.2018
Von Dagny Siebke
Nach dem Umbau wurden ein Simulationsgebäude und ein Block für Unterkunfts- und Seminarräume eingeweiht. Zur feierlichen Übergabe demonstrierten Feuerwehrleute, für welche Zwecke sie die Häuser nutzen. Quelle: Oliver Knoblich
Scheuen

Ein Gebäude für Unterkünfte, ein Haus als Übungs- und Simulationsgebäude und ein Winterquartier für Fledermäuse: Das sind die Neuerungen auf dem ehemaligen Scheuener Kasernengelände, auf dem die Niedersächsische Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) aufgebaut wird. Vor 350 Feuerwehrleuten wurde am Donnerstag feierlich der symbolische Schlüssel vom Staatlichen Baumanagement Lüneburger Heide übergeben.

NABK-Leiter Oliver Moravec bedankte sich bei den 300 Personen und allein 28 Handwerksfirmen, die mit Planung und Umbau der neuen Gebäude beschäftigt waren. Die Baukosten beliefen sich auf 3,6 Millionen Euro. Die Bauzeit betrug 14 Monate.

Das neue Unterkunftsgebäude ist für 90 Teilnehmer gedacht, die eine Woche lang einen der Freiwilligenlehrgänge besuchen. In diesem Block gibt es Doppel-, Vierbett- und sogar ein Familienzimmer mit Babybett. Zur barrierefreien Erschließung des ehemaligen Bundeswehrgebäudes wurde ein Außenaufzug angebaut.

Das neue Übungs- und Simulationsgebäude enthält mehrere Wohnungen, die tatsächlich mit Möbeln, Teppichen und Gardinen eingerichtet sind. Außen sind Balkone, Terrassen oder Rettungstreppen angebracht. Zur wirklichkeitsnahen Simulation werden Nebelmaschinen und Beleuchtungseffekte eingesetzt.

Das Gebäude 50 war einsturzgefährdet und wurde bis auf den Keller zurückgebaut. Dieser wird von Fledermäusen als Winterquartier genutzt. Auf die Kellerdecke aufgebrachter Schotter dient der auf dem Gelände beheimateten Zaun­eidechse als Lebensraum.

Staatssekretär Stephan Manke sagte, dass man mit den Bauarbeiten „ein Stück für die Zukunftsfähigkeit des Brand- und Katastrophenschutzes“ getan habe. „Das komplexe Geschehen am Moorbrand zeigt, wie wichtig hervorragendes Wissen ist“, so Manke weiter. Grundsätzlich müsse man die Länder und Behörden übergreifende Zusammenarbeit verbessern. Der Staatssekretär betonte: „Da hapert es. Da müssen wir noch mehr üben.“

Bis 2025 soll der ganze Komplex in Scheuen fertiggestellt werden. Bis dahin entwickelt sich die NABK Stück für Stück weiter. Innenminister Boris Pistorius war vor anderthalb Jahren dort, um die ersten Teilnehmer zu begrüßen. Momentan befinde man sich noch in einer „Übergangsphase“, sagte Manke. Die neuen Gebäude gehören zum ersten Teil der insgesamt drei Bauabschnitte. „In einigen Jahren können wir noch bessere, wenn nicht optimale Bedingungen anbieten“, so der Staatssekretär.

Nächstes Jahr soll der Umbau der Gebäude 7 und 8 beginnen. Früher waren dies Mannschaftsblöcke der Bundeswehr. Darin werden später Brände in einem Krankenhaus, einer Schule, einer Kita oder einem Pflegeheim simuliert. Zudem ist ein kleines Einkaufszentrum geplant. Sogar ein Autobahnabschnitt, eine Bahnhofsanlage und ein Tunnel sollen einmal in Scheuen entstehen. „Hier gibt es noch eine Menge zu tun. Doch ein guter Anfang ist gemacht. Realistische Übungen sind wichtig, um in der Praxis gut vorbereitet in die Einsätze zu gehen“, stellte Manke fest.

Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Karl-Heinz Banse ist sich sicher: „Die NABK wird bundesweit Beachtung finden. Es ist einmalig, dass ein Land 40 Millionen Euro aus Haushaltsmitteln bereitstellt.“ Das mache die Feuerwehr in Niedersachsen stolz, schließlich stelle man mit mehr als 25.000 aktiven Kameraden den zweitgrößten Landesfeuerwehrverband in Deutschland. Banse erzählte, dass den Teilnehmern in Scheuen anfangs aufgrund der Logistik nicht das Gleiche geboten werden konnte wie am Bremer Weg. Er sagte: „Doch die kritischen Stimmen werden immer leiser.“

Vor 350 Feuerwehrleuten übergab das Staatliche Baumanagement Lüneburger Heide feierlich den symbolischen Schlüssel an die NABK.

Auf ihrer Konzerttournee durch Niedersachsen gastierte das Berlin Guitar Ensemble auch in Celle.

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