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Celle Stadt Wirtschaftsverband: Erdgas hat Zukunft
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wirtschaftsverband: Erdgas hat Zukunft
15:30 18.04.2013
Von Oliver Gatz
Josef Schmid, Hauptgeschäftsführer des WEG Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
Celle Stadt

Die Zukunft von Erdöl und Erdgas stand am Donnerstag im Mittelpunkt einer Fachtagung in der Congress Union. Dazu hatten die Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle (DGMK) und der Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) eingeladen. Zum WEG-Verband gehören unter anderem die Celler Unternehmen Itag, Baker Hughes, Halliburton und Koller. Themen des Symposiums waren die Energiewende, wettbewerbsfähige Preise, Umweltschutz und die Erschließung von nicht-konventionellen Kohlenwasserstoffvorkommen.

In der Öffentlichkeit umstritten ist das sogenannte Fracking-Verfahren zur Förderung von Schiefergas, bei dem Kritiker Umweltschäden wie die Verunreinigung von Grundwasser befürchten. Am Rande der Tagung wies WEG-Hauptgeschäftsführer Josef Schmid auf die Bedeutung des Verfahrens für die Erdgasförderung in Deutschland hin: „Etwa ein Drittel unserer heimischen Förderung – und immerhin kommen 95 Prozent des heimischen Erdgases aus Niedersachsen – geht auf das Frackingverfahren zurück. Das heißt: Bereits heute werden rund zwei Millionen Haushalte mit Erdgas versorgt, das auf Fracking in Deutschland zurückgeht.“ Die Nutzung der Frac-Technologie habe spürbaren Einfluss auf die Versorgungssicherheit. „Heute schon und auch in Zukunft“, betonte Schmid.

Der WEG-Hauptgeschäftsführer machte deutlich, dass Deutschland seit Jahrzehnten Erfahrungen im Fracking hat. „Das Verfahren wurde hier seit den 60er Jahren hundertfach erfolgreich zur Stimulierung konventioneller Lagerstätten und in der Tight-Gas-Förderung eingesetzt – ohne Schädigung von Mensch und Umwelt. Dabei wurde es kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert.“

Mit Blick auf die Energiewende sagte Schmid, dass eine umweltgerechte und wettbewerbsfähige Versorgung in Deutschland nur möglich sei, „wenn wir im Energiemix der Zukunft auch auf die heimischen Ressourcen setzen“. Das gelte insbesondere für Erdgas, das flexibel auf Versorgungsschwankungen reagieren könne. „Der Erdgasbedarf wird in den kommenden Jahren weiter steigen“, ist sich Schmid sicher. Der fossile Energieträger sei eine unverzichtbare Stütze für die Energiewende.

Nach Schmids Angaben verfügt Deutschland über etwa 116 Milliarden Kubikmeter Erdgasreserven, die als sicher oder wahrscheinlich förderbar gelten. „Rein rechnerisch betrachtet, würde diese Menge ausreichen, die Erdgasförderung für die kommenden elf Jahre auf dem aktuellen Niveau zu halten.“ Die erheblichen Potenziale in neuen, unkonventionellen Lagerstätten ließen ein Vielfaches erwarten.