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Celle Stadt Wiswe: Kritiker sollten Bus fahren
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wiswe: Kritiker sollten Bus fahren
20:47 29.06.2012
Von Simon Ziegler
Sommerfest des Landkreis 2012 Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

„Wenn Sie wissen wollen, wann es regnet, müssen Sie gucken, wann das Landkreis-Sommerfest ist, dann regnet es immer.“ Mit diesem Satz und unter einem Schirm begrüßte Landrat Klaus Wiswe gestern rund 600 Gäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens auf dem Gelände der Kreisverwaltung in der Trift. Wenige Minuten vor Festbeginn begann es, wie aus Kübeln zu schütten. „So schlimm war es noch nie“, sagten Besucher, die sich längst daran gewöhnt haben, dass es zum Sommerfest des Landkreises nass wird.

Wiswe nutzte als Gastgeber die Gelegenheit, um auf die derzeitige Diskussion zum Celler Nahverkehr einzugehen. „Wenn alle, die sich an dieser Diskussion beteiligen und Forderungen erheben - wenn die alle regelmäßig mit dem Bus führen, dann hätten wir das Problem mit dem ÖPNV so nicht“, sagte er mit Blick auf den vielfach kritisierten neuen CeBus-Fahrplan. Denn Linienbusse könnten eben nur wirtschaftlich fahren, wenn eine Nachfrage da sei. „Bei aller Kritik, die das Unternehmen teilweise zu Recht hat einstecken müssen: Ein Wirtschaftsbetrieb kann sich zu hohe Kosten bei zu geringen Erträgen auf Dauer nicht leisten.“ Neben dem Schülertransport für fünf Millionen Euro investiert der Landkreis in den ÖPNV in der Stadt Celle rund 180.000 Euro im Jahr, weitere 370.000 Euro kommen seit 2010 jährlich für den Busverkehr in der Fläche des Landkreises dazu. Das Chaos nach der Fahrplan-Umstellung hat auch dazu beigetragen, dass der Landkreis inzwischen seinen Plan verschieben musste, die Schulanfangszeiten zum kommenden Schuljahr zu verändern.

Wiswe kam zudem auf die Oberschulen zu sprechen, die im September im Kreis Celle an den Start gehen. Nicht jede Hauptschule, nicht jede Realschule könne erhalten bleiben. Das sei für die betroffenen Gemeinden ein sehr schmerzhafter Einschnitt. Beim Thema Krippenplätze sieht der Landrat den Landkreis gut aufgestellt. Im Kreis Celle gebe es inzwischen ein Betreuungsangebot von über 40 Prozent für Kinder unter drei Jahren. „Wir sind in der Verpflichtung, noch deutlich draufzusatteln“, sagte er. Bund, Länder und Kommunen seien davon ausgegangen, dass im Durchschnitt für ein Drittel der Kinder unter drei Jahren ein solcher Platz nachgefragt werde. Das habe sich als Irrtum herausgestellt.