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Celle Stadt Wo sind mehr als 30 Katzen aus Celle hin?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wo sind mehr als 30 Katzen aus Celle hin?
09:56 12.09.2017
Von Dagny Siebke
Quelle: Montage CZ
Celle Stadt

Renate Ruddy weiß, wie es sich anfühlt, wenn das eigene Haustier nicht wiederkommt. "2013 habe ich zwei Katzen verloren. Die eine habe ich im Mai, die andere im Juli das letzte Mal gesehen. Es waren Freigänger, die plötzlich nicht mehr wieder gekommen sind", erzählt die Cellerin. "Die Ungewissheit ist das Schlimmste. Wenn ich wüsste, dass sie überfahren worden sind, wäre es weniger schlimm."

Um sich mit anderen Tierhaltern auszutauschen hat Ruddy bei Facebook die Gruppe "Tiere – vermisst – gefunden in Celle und Umgebung" gegründet. Inzwischen hat diese rund 2400 Mitglieder. Zudem gibt es eine Gruppe bei WhatsApp. "Aktuell werden in der Region rund 30 Katzen vermisst", sagt die 62-Jährige.

Vor mehr als einem Jahr baute der TV-Sender RTL Kontakt zu Ruddy auf. Am Celler Hafen hielten die Betroffenen großformatige Fotos in die Kamera. "Durch versteckte Ermittlungen konnten zwei Katzenfellhändler festgenommen werden. Danach hat das Verschwinden so vieler Katzen aufgehört", erläutert Ruddy.

"Das geht nicht mitrechten Dingen zu"

Doch jetzt habe die Zahl der vermissten Katzen wieder zugenommen, so Ruddy. "In unserer Gruppe wurde durch das Teilen der Suchmeldungen schon einige der Tiere aufgefunden, aber in manchen Haushalten verschwinden gleich zwei oder drei innerhalb kurzer Zeiträume. Und wir denken, dass das nicht mit rechten Dingen zugehen kann." Zudem würden auffällig viele getigerte Katzen vermisst, die sich für Mützenbommel eignen würden.

Ähnlich denkt auch Heidemarie Welle vom Waldtierheim. "Ja, dies kann ich bestätigen, wenn es nicht noch mehr als 35 sind, da nicht alle Celler über Internet oder Facebook verfügen. Ich bekomme fast täglich Anrufe von Leuten, die ihre Katze suchen."

Beim Vorwerker Tierheim sind die Beobachtungen nicht so eindeutig. Vergangenes Jahr habe es ständig Anfragen zu vermissten Katzen gegeben, danach sei Ruhe eingekehrt, so die Vorsitzende Cornelia Hardt. "Doch seit Juni wurden eine ganze Menge Katzen vermisst, nämlich 36. Davon sind aber acht wieder aufgetaucht." Hardt betont aber auch, dass nicht alle Tierhalter Bescheid sagten, wenn die Katze wieder da sei. Auch Kater Ole aus Lachendorf sei lange gesucht worden, bis er mit einer komplett vereiterten Bauchwunde wiedergefunden worden und gestorben sei.

Dem Kreisveterinär ist zum Verschwinden vieler Katzen nichts bekannt. Auch die Polizei habe aktuell nichts Auffälliges beobachtet. Doch Anfang April wurde in Wietzenbruch ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz angezeigt. "Hier wurde ein Kater offenbar mittels Luftgewehr getötet. Die Anzeige richtet sich gegen unbekannt", so Juliane Kahr damals.

In der Facebook-Gruppe von Renate Ruddy erhitzte ein Beitrag besonders die Gemüter. Dort hat ein Betroffener 300 Euro Belohnung ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen. Denn in Wolthausen wurden drei Katzen aus einem Wurf vermutlich Opfer eines Tierquälers. Pablo wurde zweimal mit Wildvergrämungsmittel besprüht und seit 23. Mai vermisst. Auch Carlos wurde Anfang August eingesprüht und Jerry am 20. August mit einem Luftgewehr angeschossen.

Ruddy empfiehlt allen Tierhaltern, ihre Hunde und Katzen nicht nur chippen zu lassen, sondern auch kostenlos bei Tasso anzumelden. Dort werden sie registriert und Fundtiere können schneller zugeordnet werden.

Wer Kontakt zu Renate Ruddy aufnehmen möchte, findet sie unter ihrem Klarnamen bei Facebook. Weitere Infos zum Verein "Tasso" gibt es im Internet unter www.tasso.net.