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Celle Stadt Wöhler mit viel Liebe zum Original
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wöhler mit viel Liebe zum Original
14:44 16.05.2014
Von Jürgen Poestges
Gustav Peter Wöhler mit dem Celler Olaf Casimir in der Congress Union. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Einer war besonders nervös vor dem Auftritt mit der Gustav Peter Wöhler-Band in der Reihe „Kultur querbeet“ vor 400 Besuchern in der Congress Union. Bassist Olaf Casimir ist gebürtiger Celler, seine Eltern saßen in der ersten Reihe. „Wir haben ihm gesagt, er soll sich keine Sorgen machen. Wir sind ja bei ihm, sein Abitur wird ihm nicht aberkannt“, sagte der singende Schauspieler Wöhler zu Beginn. Nach der Pause rutschte er sogar mit seinem Mikrofon von der Bühnenmitte ein wenig nach rechts. „Damit die Eltern den Sohnemann besser sehen können.“

Sorgen machen musste sich Casimir wirklich nicht. Denn es war ein wunderschöner Abend mit Wöhler und der sehr guten Band, die sich neben Casimir noch aus dem Pianisten Kai Fischer und dem Gitarristen Mirko Michalzik zusammensetzt. Seit über 15 Jahren tourt die Gruppe mit Cover-Versionen der verschiedensten Bands und aus vielen Jahrzehnten durch die Lande. Die Arrangements sind stimmig, die Liebe zum Original ist auffallend. Auch brillante Soli – egal ob Bass, Piano oder Gitarre – hatten ihren Raum.

Den Auftakt bildete „Take me to the pilot“ von Elton John, der mit „Your song“ später noch einmal vertreten war. „Das Lied spielen wir immer, sonst trete ich nicht auf“, sagte Wöhler lachend. Im Laufe des Abends bewies die Band, dass sie trotz ihrer sparsamen Instrumentalisierung vor keinem Musikgenre Angst haben muss. Da tauchte „Bridge over troubled water“ von Simon & Garfunkel ebenso auf wie „Far far away“ von Slade, „Fields of gold“ von Sting, „Mother‘s little helper“ von den Rolling Stones oder „I‘m on fire“ von Bruce Springsteen. Herrlich war die Persiflage auf Nenas „Nur geträumt“, in der Wöhler sein schauspielerisches Talent einbrachte.

Im übrigen erwies sich der Schauspieler, der in Hamburg lebt, stimmlich allen Herausforderungen gewachsen. Für seinen Oberlippenbart entschuldigte er sich. „Den brauche ich für eine Rolle, aber der stört mich sehr. Der kommt schnell wieder weg.“ Mit seiner sehr persönlichen Moderation sorgte er immer wieder für Erheiterung. Wer dieses Konzert erlebt hat, der hofft auf eine Wiederholung. Schon alleine, damit die Casimirs ihren Sohn wieder einmal zu Hause haben.