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Celle Stadt Wohnbebauung auf Celler Allerinsel lässt auf sich warten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wohnbebauung auf Celler Allerinsel lässt auf sich warten
18:45 04.07.2017
Von Michael Ende
Brachland mit Potenzial: Noch kann niemand mit Bestimmtheit sagen, wann sich am Celler Hafen die ersten Kräne drehen. Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

2,1 Millionen Euro an Fördermitteln hatte am Mittwoch Jutta Schiecke, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung (Grüne), im Gepäck, als sie auf die Celler Allerinsel kam. Das Geld ist für den städtebaulichen Wandel auf der Insel vorgesehen.

„Die Allerinsel in Celle ist eines der bedeutendsten und auch umfangreichsten Stadtumbauvorhaben in Niedersachsen“, betonte Schiecke. Die 2.112.000 Euro seien "gut investiertes Geld“. Mit den frischen Fördermitteln könne die schon vor acht Jahren begonnene Erneuerung und Entwicklung der Allerinsel zu einem neuen und attraktiven Stadtteil von Celle mit einem kräftigen Impuls fortgesetzt werden. Ziel der städtebaulichen Planung müsse es sein, so Schiecke, die Ansprüche als Standort für Wohnen, Arbeiten und Freizeit ausgewogen abzustimmen. Die Stadt sei dabei auf gutem Wege. "Wenn ich nicht schon ein Häuschen hätte, würde ich selber gerne auf der Allerinsel wohnen", so Schiecke.

Das Land und der Bund haben seit 2009 Städtebaufördermittel von 8,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Nun wird die 10-Millionen-Euro-Marke übertroffen. "Wir freuen uns immer, wenn Frau Schiecke kommt – auch wenn sie mal kein Geld dabei hat", flachste Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU): "Jetzt wollen wir die Entwicklung der Allerinsel beschleunigen." "Bisher war das Ganze eine enorme Hängepartie, weil zunächst die Belange des Hochwasserschutzes geklärt werden mussten", so Celles oberster Stadtplaner Wolfgang Schucht.

Die städtebauliche Erneuerung ist auf einen Zeitraum von 14 Jahren bis Ende 2022 angelegt. Die nach Abzug der Einnahmen verbleibenden Kosten sind mit rund 17 Millionen Euro veranschlagt. Die Stadt hat Fördermittel in Höhe von rund 11,3 Millionen Euro angemeldet, die nun fast erreicht sind. Das rund 26,4 Hektar große Fördergebiet umfasst die gesamte Allerinsel und im Südwesten einen Streifen des gegenüberliegenden Ufers bis zur Speicherstraße. Ziele sind die Stärkung der Wohnfunktion im innenstadtnahen Bereich und die Gestaltung öffentlicher Freiräume. Auch der Hafen soll "reaktiviert" werden.

Die "Hängepartie" ist noch längst nicht beendet. Im Juni 2016 hatte Stadtbaurat Ulrich Kinder gesagt, dass der Bebauungsplan für das Wohnen rings um den Hafen "im Spätherbst fertig" sein solle, so dass dort im Frühjahr 2017 losgebaut werden könnte. Doch weder der B-Plan steht, noch wird gebaut. Die Hochwasserschutzarbeiten sollten "Mitte des Jahres" fertig sein und gehen voran. Doch dort, wo jetzt schon Wohnhäuser hochgezogen werden sollten, dreht sich kein Kran. Wann es so weit sein wird? Seitens der Verwaltung möchte man kein konkretes Datum mehr nennen: "Das können wir nicht." Nach einem baldigen Baubeginn klingt das nicht.

„Was wir jetzt noch brauchen, ist Klarheit in Sachen Schiffbarkeit der Aller", so der Celler SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt: "Das CSU-geführte Bundesverkehrsministerium muss klar sagen, ob und in welcher Höhe es die Sanierung der Allerschleusen finanziert.“