Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Wolfs-Alarm im Celler Kieferngrund
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wolfs-Alarm im Celler Kieferngrund
13:27 07.11.2018
Von Michael Ende
Celle Stadt

"Seit geraumer Zeit melden Jäger und Spaziergänger vermehrt Wolfssichtungen im nördlichen Teil der Gemarkung Groß Hehlen", sagt Ortsbürgermeister Axel Fuchs (CDU) Sein Klein Hehlener Amtskollege Klaus Didschies (CDU) berichtet Ähnliches: "Am 11. Februar wurden drei Wölfe am Nachmittag auf dem Hollenkamp, der Verbindung zwischen Klein Hehlen und Boye in unmittelbarer Nähe der Neubausiedlung Am Kieferngrund gesehen." Am 15. Februar habe um 7.50 Uhr ein Wolf auf der Straße "Am Schießstand" etwa 150 Meter vom Schießstand entfernt gestanden und sei dann in Richtung Landesstraße 180 im Wald verschwunden, sagt Boyes Ortsbürgermeister Heiko Gevers (CDU).

Didschies fürchtet, dass es zu brenzligen Situationen mit den grauen Raubtieren kommen kann: "Die genannten siedlungsnahen Wege werden täglich von Kindern und Spaziergängern genutzt, so dass eine Gefährdung von Menschen nicht auszuschließen ist." Daher beantragt die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Celle, die Verwaltung zu bitten, mit dem Land Niedersachsen konkrete Pläne zu erarbeiten, "mit deren Maßnahmen Wölfe aus der unmittelbaren Nähe zu Siedlungen vergrämt werden können."

Sorgen bereite ihm vor allem der Kieferngrund, so Didschies, der ahnt, dass ihm ein Internet-Shitstorm bevorsteht: "Ich will mich nicht mit Wolfs-Schützern anlegen, aber ich möchte mir im Falle eines Wolfs-Zwischenfalls mit Kindern auch nicht vorwerfen lassen, ich hätte als verantwortlicher Politiker nicht alles versucht, um so etwas zu verhindern. Im Kieferngrund gibt es um die neuen Häuser herum teilweise noch keine Zäune, und die Kinder spielen da. Wie schützen wir sie? Da müssen wir aktiv werden und nicht nur drüber reden."

Die Stadt Celle beobachte vor allem nach den jüngsten Vorkommnissen in Winsen und umliegenden Gemeinden die Annäherung von Wölfen an das Celler Stadtgebiet mit Sorge, so die städtische Pressesprecherin Myriam Meißner: "Durch die offenbar aktuell stattfindende Abwanderung von Jungwölfen aus den Rudeln im Landkreis Celle und Nachbarlandkreisen sind Begegnungen mit Bewohnern vor allem in den nördlichen und nordwestlich gelegenen Ortsteilen nicht immer auszuschließen." Die Verwaltung werde kurzfristig an die zuständige Landesbehörde herantreten, um eine Gefährdungseinschätzung zu erhalten: "Bis dahin werden die Bürger gebeten, die Hinweise des Wolfsbüros auf der Internetseite des Landesbetriebes für Naturschutz www.nlwkn.niedersachsen.de zu beherzigen.“

Didschies möchte wissen, an wen sich Bürger wenden können, wenn der Wolf vor ihnen steht. "Soll man dann die Polizei rufen? Oder weglaufen? Oder stehenbleiben?" Weglaufen ist laut NLWKN keine gute Idee: "Laufen Sie nicht weg, denn das kann Verfolgung auslösen! Zeigen Sie dem Wolf durch beherztes Auftreten, dass Sie die Situation unter Kontrolle haben. Entfernen Sie sich dabei langsam und ruhig, immer mit dem Gesicht zum Wolf. Sollte sich Ihnen der Wolf dennoch nähern, werfen Sie mit Steinen oder Stöcken nach ihm." Didschies stellt das nicht zufrieden: "Unsere Kinder sollen auf der Wiese Drachen steigen lassen können, ohne daran zu denken, dass sie eventuell einem Wolf ins Auge blicken müssen und sich dann mit Kieseln und Stöckchen wehren sollen."