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Celle Stadt "Wünsch Dir was" mit Brodowy
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Wünsch Dir was" mit Brodowy
12:16 07.04.2013
Gut gelaunter „Vertreter für gehobenen Blödsinn“: Matthias Brodowy. Quelle: Peter Bierschwale
Celle Stadt

Vielleicht war es ein wenig gespielt, aber Brodowy wirkte doch etwas überrascht, als auf seine Frage, wer denn noch keinen Auftritt von ihm erlebt hatte, nur wenige Hände im Publikum hochkamen. „Wenn sie meine Lieder kennen, dann können sie sich ja auch welche wünschen“, meinte der gut gelaunte „Vertreter für gehobenen Blödsinn“. Es gab erstaunlich viele Zurufe aus dem Publikum, die Brodowy abschließend so kommentierte: „Nun haben wir schon mal Programm für 50 Minuten." Sich am Piano begleitend, sang er dann diese Lieder, kam aber auch immer wieder hinter seinen Piano für Wortbeträge hervor.Ein Journalist habe ihn mal nach einem Auftritt an sein Studium der katholischen Theologie erinnert und überraschend gefragt, was er sich denn unter der Hölle vorstelle. Die Hölle, habe er geantwortet, sei für ihn ein mittelgroßer, kalter Raum. In der linken Ecke hocke Dieter Bohlen und prahle mit seinen Shows, in der rechten singe Heino Titel von Rammstein. Die Antwort nach dem Himmel sei ihm viel einfacher gefallen: „Himmel ist für mich die Bundesliga ohne Bayern München.“

Seine Lieder waren gesungenes politisches Kabarett und Zeitgeist-Kritik par excellence, ob sie sich gegen die „Geiz-ist-geil!“-Mentalität, den Unglücksraben Peer Steinbrück („Er wär so gern Bankdirektor in NRW!“) oder das „Vollpumpen“ von Kindern mit Ritalin richteten. Brodowy hatte schon in seinem Programm mit einem „Heimatlied“ seine Liebe zu Norddeutschland und der Nordsee offenbart, aber in der Zugabe gab er noch eine eher poetische denn kabarettistische Liebeserklärung für seine Heimat-„Stadt Mit Keks“ ab, Hannover: „Liebe auf den dritten Blick, und dafür umso mehr!“ Bei manchen Themen singt eben auch ein Kabarettist mit dem Herzen.

Von Peter Bierschwale