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Celle Stadt Wunde Punkte: Das Leid der Menschen im Blick
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wunde Punkte: Das Leid der Menschen im Blick
10:28 27.03.2012
Von Gunther Meinrenken
Pastorin Antje Seelemeyer aus der Vorwerker Kirche und die Pastoren Dr. Helmut Geiger i.R, Karsten Willemer (Paulusgemeinde), Jochen Grˆn (Wienhausen) und Michael Kurmeier (Kreuzkirche) gehˆren zu den Verantwortlichen der diesj‰hrigen Reihe Wunde Punkte Quelle: nicht zugewiesen
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Unbequeme Fragen gehen einher mit der Veranstaltungsreihe „Wunde Punkte“, die die evangelischen Kirchen vor Ort bereits im sechsten Jahr veranstalten. „So hatte es im vergangenen Jahr ein Celler Gymnasium abgelehnt, Ort einer Station der Wunden Punkte zu sein, weil man es für verfehlt hielt, als Ort wahrgenommen zu werden, an dem Menschen leiden. Meine eigenen Schulerfahrungen und Kenntnisse aus Erzählungen unserer Konfirmanden und Jugendlichen sind andere. Aber zu einer realistischen Selbstwahrnehmung kann man niemanden zwingen“, berichtete der Pressesprecher des Celler Kirchenkreises Uwe Schmidt-Seffers. Ob die „Wunden Punkte“ auch in diesem Jahr wieder zu Irritationen führen werden, kann er nicht ausschließen: „Wer das Leid zur Sprache bringt, wird nicht umhin können, auch die Frage nach möglichen Ursachen und Verantwortlichkeiten des Leides zu stellen. Das kann manchmal sehr schmerzhaft sein.“

Mit den „Wunden Punkten“ wollen die Celler Kirchen an die Passionszeit, den Leidensweg Jesu erinnern. Und das mit konkreten Beispielen vor Ort. Den Auftakt machen am Montag, 2. April, Pastor Michael Kurmeier aus der Kreuzkirchengemeinde und Ingo Rosenthal an der Feuerwache am Wilhelm-Heinichen-Ring. In der Passionsandacht unter dem Titel „Wenn Hilfe gebraucht wird…“ wird Oberbrandmeister Bernd Müller zunächst ein so genanntes „Wort zur Sache“ sprechen. Michael Kurmeier gestaltet die Passionsandacht gemeinsam mit Ingo Rosenthal, der für die musikalischen Elemente der Andacht verantwortlich zeichnet. Die zweite Station der „Wunden Punkte“, am Dienstag, 3. April, führt ins Oberlandesgericht, am Schlossplatz 2. Dort begegnet Dr. Helmut Geiger, Pastor in Ruhe und ehemaliger Mitarbeiter der Evangelischen Akademie Bad Boll, dem Präsidenten des Oberlandesgerichts Peter Götz von Ohlenhusen. Thema ist die „Streitbeilegung durch Mediation“.

Am Mittwoch, 4. April, finden die „Wunden Punkte“ in Zusammenarbeit mit dem Verein „Brennessel“ in der Alten Molkerei, Blumlage 64, statt. Das Wort zur Sache wird vom Vorstandsmitglied der Brennessel, Sabine Oswald“ gesprochen. Pastorin Antje Seelemeyer kontrastiert die Gewalterfahrung von Kindern mit einer Passage aus dem Matthäusevangelium, in dem es um den Verrat Jesu durch Judas geht.

Die fünfte Station der Wunden Punkte führt am 5. April ins Haus der Diakonie in die Fritzenwiese 7. Dort arbeitet Brigitte Siebe, Mitgründerin und langjährige Leiterin der Beratungsstelle ABC (Arbeitslose Bürger Celle). Brigitte Siebe wird Stellung nehmen zu dem provozierenden Titel des Tages „In Würde arbeitslos?“. Diakoniepastor Jochen Grön wendet sich der existentiellen Dimension der Arbeitslosigkeit zu.

Am Karfreitag, 6. April, sind die „Wunden Punkte“ bei der Hospizbewegung und dem Onkologischen Forum in der Fritzenwiese 117 zu Gast. Marion Glomm und Kristine Michaelis sprechen zum Thema „Begleitet in Krise, Abschied, Tod“. Am Karsamstag schließlich finden die „Wunden Punkte“ auf dem Friedhof in Neuenhäusen statt. Dort werden Bestatterin Helga Marwede aus Winsen und Kirchenvorsteher Wilfried Brandes zur Frage „Entschwinden die Tote unseren Blicken?“ sprechen. Pastor Matthias Riemann aus Winsen spricht auch darüber, wie wichtig es gerade für die Angehörigen der Verstorbenen ist, dass der Trauerprozess gestaltet wird und der Abschied nicht nur „in aller Stille“ stattfindet.

Die Passionsandachten „Wunde Punkte“ finden immer um 18 Uhr statt.